Umweltrechtsexpertinnen erstellten ein Konzept, wie die Ausgleichsflächen künftig auch ohne ein neues Gesetz gemanagt werden können. Die Kosten müssen von den Unternehmen getragen werden, die zum Ausgleich verpflichtet wurden.
Was ist eine Ausgleichsfläche? Das ist eine naturnahe Fläche, die geschaffen oder aufgewertet wird, um die negativen Auswirkungen von menschlichen Eingriffen in die Natur, wie beispielsweise Baumaßnahmen, zu kompensieren. Spätestens seit dem Desaster mit dem Waldmassaker in Ohlsdorf ist solches Ersatz-Grün zumindest ökologisch interessierten Landsleuten ein Begriff geworden. 18 Hektar Wald wurden gerodet, um ein Gewerbegebiet neben der Westautobahn zu schaffen.
Solche Pools funktionieren wie ein Vorratslager für die Umwelt. Grundstücke werden ökologisch aufgewertet und dienen als Ersatz für Verbauung.

Umweltlandesrat Stefan Kaineder
Bild: Werner Dedl
Mühsame Suche nach Ausgleichsflächen
Der mittlerweile hochbetagt verstorbene Unternehmer Hans Asamer hatte sich im Gegenzug verpflichten müssen, zum ökologischen Ausgleich 27 Hektar Wald aufforsten zu lassen. Doch die Theorie ist oftmals einfacher als die Praxis: Die Suche nach einer geeigneten Ausgleichsfläche für Bauprojekte ist oft mühsam, auch weil die Bevorratung ökologischer Ausgleichsflächen nur der landesinternen Kompensation dient.
Es hilft mir die beste Ökomaßnahme nichts, wenn sie nachher versumpert. Es muss jemanden geben, der die Flächen auch pflegt.

Der oö. Unweltanwalt Martin Donat
Bild: Horst Einöder/Flashpictures
Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) hatte, wie berichtet, Erika Wagner, Vorständin für Umweltrecht an der JKU, und die wissenschaftliche Assistentin Daniela Ecker beauftragt, eine Lösung für die Organisation derartiger Flächenpools zu finden, die ohne ein neues Landesgesetz auskommt.
Sie empfehlen die Gründung eines Vereins, Mitglieder sollen die Projektanten von Bauvorhaben und das Land Oberösterreich sein. Die Finanzierung erfolgt durch jene Unternehmen, die Ausgleich leisten müssen, sie haben die Kosten auch für die Aufwertung und Verwaltung zu tragen.
Niemand mäht dann die Wiesenflächen
Umweltanwalt Martin Donat steht hinter dieser Initiative. Er sieht vor allem ein Problem darin, die Ausgleichsflächen gut zu pflegen. In Oberösterreich seien „die am meisten gefährdeten Flächen die Wiesenflächen, da niemand da ist, der sie mäht“, sagt er. „Es hilft mir die beste Ökomaßnahme nichts, wenn sie nachher versumpert.“
Daher brauche es Pflegeverbände, die gebe es in Österreich aber nur ansatzweise. Der neue Verein würde, laut Vorstellung der Wissenschaftlerinnen Wagner und Ecker, das übernehmen.
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