12.12.2013 11:28 |

Augen ausgestochen

Chinese (6) darf nach erfolgreicher OP nach Hause

"Buben bei lebendigem Leib Augäpfel entfernt": Diese tragische Schlagzeile hatte Ende August die chinesische Öffentlichkeit erschüttert. Jetzt ist der sechsjährige Guo Bin aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Operation, bei der dem Kind künstliche Augen eingesetzt wurden, sei "erfolgreich" verlaufen, sagte der Augenarzt Dennis Lam am Donnerstag. "Ich bin sehr glücklich", freute sich der Bub, der bei der Pressekonferenz sogar einen kleinen Tanz für die Reporter vorführte.
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Der Bub könne mit den Augen-Prothesen zwar nicht sehen, "aber er sieht genauso aus, wie jedes andere Kind", erklärte der Augen-Spezialist (kl. Bild). Das werde dem Sechsjährigen neues Selbstvertrauen geben, ist Lam, der dem Kind eine Gratisoperation in der Klinik in Shenzhen ermöglicht hatte, überzeugt. Bins Mutter berichtete unterdessen, ihr Sohn könne sich schon wieder alleine anziehen, die Zähne putzen und sich das Gesicht waschen.

Hoffnung auf "bionische Augen"
Als zusätzliche Orientierungshilfe soll das Kind im kommenden Jahr Sensoren an der Stirn und an der Zunge bekommen. Die Ärzte hoffen zudem darauf, dass Guo Bin mit dem Fortschreiten der Medizin-Technik in fünf bis zehn Jahren sogenannte bionische Augen erhalten kann, die ihm zumindest einen Teil seiner natürlichen Sehkraft zurückgeben könnten.

Das Schicksal von Guo Bin hatte monatelang die chinesische Öffentlichkeit bewegt. Der Bub war im August blutüberströmt und ohne Augen in der Nähe seines Elternhauses in der nordchinesischen Provinz Shanxi gefunden worden, nachdem er nicht vom Spielen im Freien zurückgekehrt war. Die ausgestochenen Augäpfel des Kindes, das mit einer Gaumenspalte zur Welt gekommen war, wurden in der Nähe des Tatorts gefunden.

Tante nahm sich kurz nach Bluttat das Leben
Berichte, wonach an den herausgeschnittenen Augäpfeln die Hornhaut gefehlt habe, führten zeitweise zu Spekulationen, der Kleine sei Opfer von skrupellosen Organhändlern geworden. Die Polizei teilte aber später mit, die Hornhaut sei nicht abgetrennt gewesen.

Danach geriet die Tante des Buben unter Tatverdacht. Dieser erhärtete sich, nachdem Blutspuren an ihrer Kleidung sichergestellt worden waren. Wenige Tage nach der Tat nahm sich die Frau dann das Leben, indem sie in einen Dorfbrunnen sprang.

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