Längst vorbei sind die Zeiten, als die schwedische Band noch zuckersüße, farbenfrohe Heileweltsongs wie „Lovefool“ aus dem Radio trällerte. Auf „Super Extra Gravity“ sind die Melodien ernster, die Texte erwachsener, der Sound trashiger und die Stromgitarren ein bisschen angeschmutzter. Kein Wunder, Schlagzeuger Bengt Lagerberg hat sein Tagwerk im Studio auf sperrmüllreifen Trommeln und angeknabberten Becken verrichtet.
Frontfrau Nina Persson macht die insgesamt elf Songs auf Super Extra Gravity knackig wie eh und je, mit viel Atemluft und bezauberndem Zuckerfee-Hauchen. Die Singleauskopplung „I need some fine wine and you, you need to be nicer“ hat Witz und Radioqualität. Der erste Song „Losing a friend“ wiederum, ist ein klarer Fall für die privaten Klangefilde – klingt trashig und verschwommen, rauscht und macht einen erdigen Eindruck. Vielleicht deswegen „Extra Schwerkraft“ – die Cardigans sind hier auf jeden Fall am Boden geblieben und haben sich die höheren Sound- und Bedeutungssphären auf die Erde geholt.
Ihren gewohnt melodisch-aufwendigen Stil behält die Band auch auf Extra Super Gravity bei – da gibt’s einfach keine 08/15-Lieder mit drei Akkorden Maximum. Abseits ihrer Glockenspiel-Kirchenorgel-Streichorchester-Klangwogen haben sich die Jungs und ihre verspielte Frontfrau auch ein paar neue Tricks aus der alternativen Rock-Fraktion abgeguckt. Sehr zu empfehlen: „Godspell“ und „Drip Drop Teardrop“.
Super Extra Gravity ist eine Scheibe, die du echt von vorn bis hinten durchhören kannst!
Fazit: 9,5 von 10 schwedischen Strickjacken
Von Christoph Andert









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