Fremdenhass wächst
Nationalisten-Marsch gegen Ausländer in Russland
Menschenrechtler kritisieren, die Aktion verstärke die ethnischen Probleme im Vielvölkerstaat Russland. Sie warnten vor einer Hetzjagd auf Arbeiter aus Mittelasien und dem Kaukasus. Erst vor drei Wochen hatte der Mord an einem jungen Russen durch einen Aserbaidschaner schwere fremdenfeindliche Ausschreitungen in Moskau ausgelöst (siehe Storys in der Infobox).
Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen, Dutzende Festnahmen
Die Demonstranten, von denen viele schwarz-gelb-weiße Zarenfahnen trugen, forderten die politische Führung auf, den islamisch geprägten Nordkaukasus nicht weiter "zu füttern". Rechtsextreme zeigten wie oft am 4. November Nazi-Symbole und forderten für Migranten schärfere Einreisebedingungen. Die Polizei nahm der Agentur Interfax zufolge etwa 30 Teilnehmer fest. 5.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz.
Der prominente Kremlgegner Alexej Nawalny hatte zur Teilnahme am Marsch aufgerufen. Er selbst erschien aber nicht. Kritiker werfen dem Moskauer Oppositionsführer vor, populistische Forderungen etwa nach Visumspflicht für Arbeiter aus Mittelasien zu unterstützen. "Die Gesetze erlauben einen solchen Marsch, aber die Motive der Menschen sind traurig", sagte die Bürgerrechtlerin Ljudmila Alexejewa.
Tag der Nationalen Einheit von Putin 2004 eingeführt
Kremlchef Wladimir Putin legte mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill auf dem Roten Platz Blumen nieder. Der arbeitsfreie Tag der Nationalen Einheit war 2004 von Putin eingeführt worden. Er soll an den Sieg Moskaus im 17. Jahrhundert gegen polnisch-litauische Belagerer erinnern und nach dem Willen des Kremls die kommunistischen Feiern zur Oktoberrevolution 1917 ersetzen.















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