Nach Abschiebung
Präsident Hollande bietet Roma-Mädchen Rückkehr an
Die französischen Behörden hatten zuvor die umstrittene Abschiebung für rechtmäßig erklärt, die Polizei jedoch für ihr mangelndes "Augenmaß" in dem Fall gerügt. Die Abschiebung der jungen Leonarda entspreche "geltenden Regelungen", befand die Aufsichtsbehörde der Verwaltung. Dass Leonarda mitten während eines Schulausflugs aus dem Bus geholt und mitsamt ihrer Familie abgeschoben wurde, zeuge jedoch von einem Mangel an Augenmaß der Polizei.
Die Polizisten seien so sehr auf das Ziel konzentriert gewesen, Leonardas gesamte Familie zusammenzubringen, dass sie die Tatsache aus den Augen verloren hätten, dass sich das Mädchen auf einem Schulausflug befand, urteilte die Aufsichtsbehörde. Die Behörde empfahl, künftig jeglichen polizeilichen Zugriff im schulischen und schulnahen Umfeld zu verbieten.
Große Empörung nach Bekanntwerden des Falles
Die seit mehreren Jahren in Ostfrankreich lebende 15-Jährige war Anfang des Monats auf einem Schulausflug von Polizisten aus dem Bus geholt und mitsamt ihrer Familie abgeschoben worden, nachdem ihr Asylantrag abgelehnt worden war. Die Kinder der Familie können kein Albanisch, selbst der Vater verließ den Kosovo eigenen Angaben zufolge als Kind.
Der Fall sorgte in den vergangenen Tagen für heftige Proteste von Schülern in Paris und anderen Städten. Sozialistische Spitzenpolitiker kritisierten das Vorgehen gegen das Mädchen scharf, die Linkspartei forderte den Rücktritt von Innenminister Manuel Valls. Dieser hatte bereits vor einigen Wochen für Empörung gesorgt, als er den Integrationswillen der meisten in Frankreich lebenden Roma öffentlich anzweifelte.












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