Geplant war, in 40 Tagen durch das ewige Eis zu gehen - das hat er deutlich unterboten. Mit seinem aus sechs Extremsportlern und Alpinisten bestehenden Team hat Melchior den Südpol ohne technische Hilfsmittel in 33 Tagen erreicht und damit einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde verdient.
Melchior ist der erste Österreicher, der den Südpol ohne fremde Hilfe, ohne Depots, ohne Windsegel, sondern nur mit selbst gezogenen Schlitten erreicht hat.
Die Bedingungen waren unfassbar schwierig: Im ewigen Eis herrschen bis zu minus 50 Grad und Winde von bis zu 300 Stundenkilometern. Der Weg zum Rekord führte über Gletscherspalten und "ein Trümmerfeld aus gefrorenem Meerwasser". Teilweise legte die Gruppe bis zu 40,3 Kilometer pro Tag zurück.
Derzeit befindet sich der Wiener noch in der Scott Amundsen Station. Dort will er sich mit seinem Team ausruhen und Silvester feiern.
Pannen über Pannen - und viele Schwierigkeiten
Die Expedition zum Südpol war begleitet von zahlreichen Pannen: Melchior und seine Begleiter waren bereits am 1. November aus Wien abgereist, konnten jedoch erst am 22. November starten. Bis dahin saßen sie wegen schlechten Wetters in der südlichsten Stadt der Welt, Punto Arenas, in Chile fest. Auch danach galt es, zahlreiche Hindernisse und Rückschläge zu überwinden.
Kurz nach dem Start folgte die erste Enttäuschung: Drei Tage nach Beginn der Tour de Force hieß es wieder "zurück zum Start", da sich ein deutsches Team-Mitglied einen Hexenschuss zugezogen hatte. Dieser verschlimmerte sich dermaßen, dass der Mann nicht nur evakuiert werden, sondern auch die gesamte Mannschaft an den Ausgangspunkt zurückkehren musste. Der Neustart folgte am 25. November.
Rund um den 6. Dezember gelingt es, die 200 Kilometer-Marke zu überschreiten. Die Anstrengungen schlagen sich allerdings auf den Körper des Wieners nieder. In seinem Weblog berichtet Melchior von "großen Blasen an den Füßen".
Auch die übrigen Expeditionsteilnehmer erwischt es: Am 9. Dezember schreibt Melchior von "ein paar Verschleißerscheinungen". Ein Teammitglied leidet an Knieschmerzen, ein weiteres verstaucht sich den Knöchel und der Wiener selbst klagt weiter über Probleme mit den Fersen.
Wenige Tage später führen die schwierigen Bedingungen Mensch und Material an die Grenzen der Belastbarkeit: Es gilt, die ersten großen "Sastrugis" zu überwinden. Dabei handelt es sich um bis zu einem Meter hohe abstrakte Gebilde, die der Wind formt. Das Team hat Probleme mit Teilen der Ausrüstung. Die Schrauben, die die Bindungen an den Skiern befestigen, brechen.
Am 16. Dezember sind zwar die Blasen an den Füßen des 50-jährigen Abenteurers abgeheilt, allerdings plagt ihn schon das nächste Problem: Vom Gehen ist die Haut zwischen den Beinen abgeschürft. Ein anderes Teammitglied schmerzt unterdessen die Achillesferse, ein weiteres leidet an Durchfall.
Der letzte Eintrag in den Weblog vor Erreichen des Rekords am 27. Dezember erfolgt am 22. Dezember. Das Ziel vor Augen, muss das Team noch einmal alle Kräfte aufwenden: Melchior bekommt Frostbeulen, bei einem Begleiter bricht eine "massive Allergie" aus.
Um den Pol zu erreichen, muss Melchior die ganze Strecke lang zwei Schlitten mit rund 80 Kilogramm Gewicht ziehen. Auf einem befinden sich 15 bis 20 Benzinkanister, auf dem zweiten Seile, Steigeisen, Schlafsack, Zelt, Kleidung und Essen. Täglich legt das Team rund 25 Kilometer in acht bis zehn Stunden zurück. Dabei verbrauchen die Abenteurer zwischen 6.000 bis 10.000 Kilokalorien, können aber nur 3.500 bis 6.000 Kilokalorien in Form von dehydrierter Nahrung zu sich nehmen.








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