"Danke Gott"

Christian Stangl bezwingt “Triple Seven Summits”

Sport
27.08.2013 18:44
Christian Stangl hat sein Ziel erreicht, als erster Mensch auf den jeweils drei höchsten Bergen der sieben Kontinente zu stehen. Am vergangenen Freitag bezwang der 47-Jährige mit seinem Kollegen Archil Badriashvili aus Georgien und Kameramann Michael Haidn aus Österreich als Schlusspunkt den Shkhara (5.193 Meter) an der russisch-georgischen Grenze.

Der Abstieg führte allerdings beinahe in ein Desaster: Trotz guter Wetterprognose geriet das Trio nämlich in einen Sturm, der sie auf 4.200 Metern festhielt. In der ersten Nacht schneite es bereits 60 Zentimeter, wegen des steilen Abstieges und der damit verbundenen Lawinengefahr war ein weiterer Abstieg nicht möglich. Nach drei Tagen des Wartens - Lebensmittel und Brennstoff waren bereits ausgegangen - forderte Stangl via Satellitentelefon Hilfe aus der Luft an.

Der Shkhara gilt sowohl von Süden (Georgien) als auch von Norden (Russland) als schwieriger und sehr gefährlicher Berg. Sieben Jahre lang war Stangl unterwegs, um als erster Mensch auf den jeweils höchsten, zweithöchsten und dritthöchsten Gipfeln der Kontinente zu stehen – den "Triple Seven Summits". Der Auftakt erfolgte am 25. Mai 2006 am ersten und zugleich höchsten der 21 Berge, dem Mount Everest (8.848 Meter).

Skandal um Falschmeldung über Gipfelsieg
Einen absoluten Tiefpunkt gab es im Sommer 2010, als der Bergsportler mit einer falschen Gipfelmeldung vom K2 (samt falschem Gipfelfoto und dem mehr als zögerlichen Eingeständnis, nicht oben gewesen zu sein) für Negativschlagzeilen sorgte.

Stangl dürfte mit dem Shkhara gleich drei Rekorde erreicht haben: Er ist nicht nur der erste Mensch, dem die "Triple Seven Summits" gelungen sind, seinen Berechnungen nach ist er auch der Erste auf den sieben zweit- und den sieben dritthöchsten Gipfeln der Erde. Bei der Besteigung der "Second Seven Summits" hatte sich Stangl zuletzt übrigens einen Streit mit dem Südtiroler Hans Kammerlander geliefert, der beim Rennen um die sieben Zweithöchsten allerdings auf einem falschen Gipfel gestanden sein dürfte.

"Sicherheitshalber" neun Gipfel extra erklommen
Bei etlichen Bergen war nämlich bis vor Kurzem die genaue Höhe umstritten. Zwar waren die klassischen "Seven Summits" ganz eindeutig verifiziert, bei den zweit- bzw. dritthöchsten Bergen der Kontinente war dies aber bis nicht der Fall. Um alle Eventualitäten auszuschließen, bestieg Stangl "sicherheitshalber" insgesamt 30 Berge weltweit, um am Ende auch tatsächlich auf den richtigen 21 Gipfeln gestanden zu sein. Außerdem dokumentierte der Steirer seit seinem K2-Debakel jeden Bergerfolg ausführlich mit Gipfelfoto, Gipfelvideo und einem von der Universität Graz zur Verfügung gestellten Differential-GPS-Gerät, das besonders exakte Höhenmessungen zulässt.

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