Zahlender Klient muss man sein, dann geht es bei manchen Ärzten rasch im reservierten Operationssaal. Die umstrittene Vergabepraxis lässt die Wogen hochgehen.
„Ich bin bei meinem Arzt, dem ich ein stattliches Honorar bezahlt habe, in der Ordination gesessen und bekam dort direkt einen Termin“, bestätigen mehrere Patienten, deren Stimmen im Zuge der ausdrücklichen „Whistleblower“-Aufforderung der Landesgesundheitsagentur laut geworden sind.
Die „Krone“ hat recherchiert, wie das Skalpell-Eilverfahren funktioniert: An einzelnen Tagen ist für die Klienten gewisser Chirurgen ein eigener, vom Steuerzahler finanzierter, Operationssaal reserviert. Termine vergeben diese Ärzte sozusagen aus ihrer Privatordination heraus. Dadurch kommen deren „Kunden“ bevorzugt zu etwa Gallenblasen- oder Schilddrüseneingriffen. Das mögliche Geschäftsmodell: Der jeweilige Arzt ist an einem bestimmten Tag der Woche fix in einem Saal eingeteilt und darf selbst das Programm bestimmen. Dass Patienten aus der eigenen Ordi rasche drankommen, erscheint schlüssig.
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Der „Krone“ wurde auch der Fall eines „normalen“ Patienten zugetragen, der trotz Komplikationen vertröstet worden sei. „Die Einteilung am jeweiligen Tisch erfolgt ausschließlich nach medizinischer Indikation und Dringlichkeit“, entgegnet die engagierte Vorstandssprecherin Elisabeth Bräutigam: „Wiewohl wir jeden Hinweis sehr ernst nehmen und unsere strengen Compliance-Regeln die Richtschnur unseres Tuns sind, müssen wir uns gegen Generalverdächtigungen wehren. In unseren Kliniken arbeiten engagierte Kolleginnen und Kollegen, die in erster Linie um das Wohl unserer Patientinnen und Patienten bemüht sind. Diese, die alle Vorgaben auf Punkt und Beistrich einhalten, gilt es zu unterstützen und zu schützen. Denn sie haben sich Generalverdacht nicht verdient.“
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Wir stellen die Mediziner keineswegs unter Generalverdacht, sondern zeigen lediglich auch jene auf, die unter Anwendung unsauberer Methoden tätig sind. Sehr wohl holen wir laufend jene ebenso engagierten wie empathischen Mediziner und Ärztinnen vor den Vorhang, die Spitzenleistungen zum Wohle ihrer Patienten erbringen (Anmerkung der Redaktion).
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