Die ersten Stunden der neuen Ära gestalteten sich sehr ruhig, Gedränge gab es auf der Mariahilfer Straße jedenfalls nicht. Lieferverkehr und nur wenige Fußgänger bzw. Radfahrer teilten sich die Einkaufsmeile. Auch in den umliegenden Straßen war kaum Verkehr.
Voting in der Infobox: Sollen Autos aus den Innenstädten verbannt werden?
"Wir haben bewusst den Start in diesen verkehrsarmen Tagen gelegt, damit es sich einspielen kann und nicht gleich die toughe Situation vorhanden ist", so Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou am Freitag.
Verirrte Autofahrer, verunsicherte Passanten
Keine allzu schlechte Idee, denn im Laufe des Vormittags zeigte sich, dass die Wiener die neuen Regelungen noch nicht wirklich intus haben. Immer wieder kurvten verirrte Autos in der Fußgängerzone herum, die wohl kaum als Transportfahrzeug durchgehen. Lieferanten dürfen ja die Zone zwischen Kirchen- und Andreasgasse bis 13 Uhr benützen. Andere verirrte Kfz- und Mopedbenutzer, die von den Seitengassen unerlaubterweise in die Mahü einbiegen wollten, wurden von Polizisten zum Umkehren aufgefordert.
Ratlosigkeit bei Busspur
Für breite Ratlosigkeit sorgte zudem die farbliche Busspur in einem Teil der Fußgängerzone. Diese wurde für den 13A aufgepinselt, damit Konflikte mit Passanten vermieden werden. Gehen ist auf dem roten Asphaltteppich nicht erlaubt, lediglich queren darf man als Fußgänger. Radfahrer dürfen die Spur in Fahrtrichtung stadteinwärts nutzen. Die Busspur ist allerdings so breit, dass sie beinahe die gesamte Fahrbahn einnimmt - und somit Passanten erst wieder nur der Gehsteig zum Flanieren bleibt.
Unsicherheiten bei Begegnungszonen
In den außerhalb der Fußgängerzone angesiedelten Begegnungszonen müssen sich alle Verkehrsteilnehmer die Fahrbahn teilen, was ebenfalls für Unsicherheit sorgte. Fußgänger trauten sich nur wenig auf die Fahrbahn, was vielleicht auch daran lag, dass die erlaubten 20 km/h regelmäßig überschritten wurden. Radler wussten u.a. nicht, ob sie jenseits der weißen Markierungslinie - sie begrenzt die Fahrbahn - biken dürfen.
Vassilakou hofft auf Mithilfe der Wiener
Der Testbetrieb für das neue Verkehrskonzept soll nun einige Monate laufen und dann evaluiert werden. Gesprächsstoff und natürlich auch Kritikpunkte über die Mariahilfer Straße Neu gab es am Freitag jedenfalls genug. "Ich möchte alle einladen, uns ihre Beobachtungen - insbesondere Punkte, die ihrer Meinung nach nicht optimal gelöst sind - mitzuteilen", stellte Ressortchefin Vassilakou mögliche Nachjustierungen in Aussicht.
Außerdem ist eine Bürgerbefragung aller Bewohner des sechsten und siebenten Bezirks geplant. Markante Umbauten an der Oberfläche - etwa die Niveauangleichung von Fahrbahn und Gehsteigen - werden erst 2014 erfolgen.
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