Dabei startete Österreich bis auf eine Ausnahme - Aston-Villa-Stürmer Weimann ersetzte den verletzten Janko - mit derselben Elf wie zuletzt am 7. Juni beim 2:1-Heimsieg in der WM-Qualifikation gegen Schweden. Bei den Griechen fehlten dagegen einige prominente Spieler, da Teamchef Fernando Santos Stars wie Karagounis, Gekas, Samaras oder Salpingidis erst gar nicht nominiert hatte.
Österreicher gegen Griechen-Wand mit Mühe
Die ÖFB-Mannschaft tat sich trotzdem von Beginn an gegen den defensiv eingestellten Europameister von 2004 extrem schwer. Das Pressing funktionierte nur teilweise, das schnelle Umschalten nicht wunschgemäß, und dazu fehlte es auch noch an Präzision. Dementsprechend chancenarm war die Partie. Bayern-Star Alaba, der anfänglich von seinen Mitspielern ständig gesucht und von den Griechen oft gefoult wurde, sorgte mit einem Freistoß, der von Torhüter Karnezis gerade noch an die Stange gelenkt wurde, für den ersten Höhepunkt im Spiel (18.). Der Griechen-Goali hatte auch mit Fernschüssen von Junuzovic (24.) und Arnautovic (57.) Probleme.
Die Hellenen erwiesen sich im Gegensatz zu den Gastgebern wieder einmal als Meister der Effizienz und verwerteten gleich ihre erste Möglichkeit: Nach einem Ballverlust des ÖFB-Teams nutzte Katsouranis einen schweren Lapsus der Innenverteidigung und bediente mit einem weiten Pass über das halbe Spielfeld genau in die Schnittstelle Stürmer Mitroglou perfekt. Dieser setzte sich gegen Pogatetz durch und ließ auch Schlussmann Almer keine Chance.
Koller-Elf kommt nach Gegentor nicht mehr zurück
Nach diesem Gegentor wirkte das Team von Marcel Koller geschockt. Auch drei Wechsel zur Pause brachten gegen den diszipliniert und konsequent spielenden Gegner keine Besserung, vor allem weil weiterhin die Passgenauigkeit zu wünschen übrig ließ. Und die Abwehrreihe machte auch in Hälfte zwei keinen sicheren Eindruck. Mitroglou (67.) nützte den ihm sich bietenden Platz mit einem Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:0.
Wenig später verhinderte bei einer ähnlichen Szene - diesmal zog Kone kurz vor dem Sechzehner ab - nur die Latte den dritten Gegentreffer (71.). Im Finish scheiterte dann auch noch Holebas an der Querlatte (86.). Unterm Strich war Österreich also mit dem 0:2 noch gut bedient, auch wenn Dragovic in der 91. Minute das Kunststück zuwege brachte, am Fünfer alleinstehend am Tor vorbeizuköpfeln.
Stimmen zum Spiel
Marcel Koller (ÖFB-Teamchef): "Klar ist man enttäuscht, wenn man verliert. Wir haben gut angefangen und hatten zwei gute Chancen durch Alaba und Arnautovic. Wir hatten aber auch in diesen ersten 20, 25 Minuten schon zu viele Abspielfehler. Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser konnten sich die Griechen durchsetzen. Sie sind nicht umsonst die Nummer elf der Welt. Wir sind in einer Entwicklungsphase. Wir haben zwar immer wieder gute Spiele gezeigt, aber dann sind auch solche immer wieder dabei. Da sind wir teilweise noch zu ungestüm und naiv. Es war trotzdem eine gute Erfahrung im Hinblick auf die nächsten vier Spiele in der WM-Qualifikation."
Andreas Weimann (ÖFB-Stürmer): "Es war schwer für uns. Nachdem sie das erste Tor geschossen haben, sind sie hinten sehr dicht gestanden. Und nach dem 0:2 war es noch schwerer, denn dann sind sie noch tiefer gestanden. Leider habe ich mich nicht so behaupten können, wie ich wollte. Das Spiel gegen Deutschland wird hoffentlich ganz anders, denn die Deutschen werden nicht so tief stehen."
Aleksandar Dragovic (ÖFB-Innenverteidiger): "Wir haben heute viele schlampige Abspielfehler gemacht. In der ersten Hälfte haben die Griechen aus einer Chance ein Tor gemacht, nach der Pause aus der zweiten dann gleich das zweite. Wir haben alles versucht, aber es hat nicht sein wollen. Wir (die Innenverteidiger, Anm.) hätten uns beim 0:1 besser organisieren müssen. Aber besser wir machen jetzt die Fehler als gegen Deutschland."
Fernando Santos (Griechenland-Teamchef): "Österreich ist besser ins Spiel gekommen, da hatten wir Probleme. Das war aber unsere eigene Schuld, denn da hatten wir keinen Spielaufbau. Nach 25 Minuten aber haben wir das Kommando übernommen. In der zweiten Hälfte war es das gleiche Szenario, dann haben wir das zweite Tor gemacht, und dann war es ein verdienter Sieg."
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