Verbannung per SMS

Paul Scharner droht dem Hamburger SV mit “Krieg”

Sport
07.08.2013 12:45
Paul Scharner kehrt doch nicht in die Premier League zurück. Der 33-jährige Niederösterreicher lehnte einen Zweijahresvertrag des Aufsteigers Hull City ab. "Er hat sich aus familiären Gründen gegen einen Wechsel entschieden", bestätigte Berater Valentin Hobel am Mittwoch. Nun droht allerdings ein Krieg mit dem derzeitigen Arbeitgeber Hamburger SV, denn Scharner geht nur wenige Tage vor dem Start der deutschen Bundesliga auf Konfrontationskurs.

HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer informierte Scharner am Dienstagabend per SMS von dessen Verbannung ins U23-Team der Norddeutschen. Mit den Profis darf der Ex-Teamspieler ab sofort nicht mehr trainieren.

Scharner fühlt sich erpresst
Laut Hobel könnte die Vorgehensweise des HSV rechtliche Konsequenzen haben, weil Scharner, dessen Vertrag noch bis 2014 läuft, an der Ausübung seiner Arbeit gehindert wird. "Er fühlt sich erpresst, wird jeden Tag unter Druck gesetzt, damit er den Verein verlässt. Deshalb will er jetzt einen Anwalt einschalten", erzählte Hobel.

Noch am 4. Juli hatte die Welt von Scharner anders ausgesehen. Damals gab es in Innsbruck ein Treffen zwischen Scharner, Hobel, HSV-Trainer Thorsten Fink und Sportdirektor Oliver Kreuzer. "Da haben ihm Fink und Kreuzer zugesichert, dass er eine faire Chance bekommt", sagte Hobel. Deswegen habe sein Schützling unter anderem ein lukratives Angebot von Everton abgelehnt. "Und dann ist er der einzige Spieler im Kader, der keine Chance bekommt", kritisierte Hobel.

Karriereende nicht ausgeschlossen
Auch Scharner selbst zeigte sich in der "Hamburger Morgenpost" über die Vorgehensweise des HSV erzürnt. "Es gibt mehrere Optionen. Ich kann wechseln, ich kann zur U23 gehen, ich kann Krieg führen und ich kann meine Karriere beenden. Auch das ist durchaus möglich", wurde der von einem Muskelfaserriss in der Wade genesene 33-Jährige zitiert. Mit dem möglichen Karriereende verdeutlichte Scharner, dass der an Geldnot leidende HSV auch leer ausgehen könnte, statt eine Ablöse zu kassieren.

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