25.07.2013 13:30 |

"Unglückliche Ära"

Armstrong fordert nach Dopingbericht Schlussstrich

Ausgerechnet der wohl größte Betrüger im Radsport fordert ein Ende der Vergangenheitsbewältigung in Sachen Doping. "Wenn wir nicht zusammenkommen, einen Strich ziehen und nach vorne blicken, sind wir alle angeschissen", sagte der lebenslang gesperrte Lance Armstrong dem Internetportal "Cyclingnews" mit Blick auf den Untersuchungsbericht der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats.

Dutzenden Fahrern wie Armstrongs früheren Rivalen Jan Ullrich, Marco Pantani oder auch den Weltklassesprintern Erik Zabel und Mario Cipollini waren in dem Report positive Dopingproben auf EPO bei der Tour 1998 nachgewiesen worden. "Meine erste Reaktion ist, dass ich nicht überrascht bin. Wie ich bereits sagte, war es eine unglückliche Ära. Wir haben alle die Regeln gebrochen und gelogen", ergänzte Armstrong, dem im Oktober vergangenen Jahres alle sieben Tour-Titel von 1999 bis 2005 wegen langjähriger Dopingpraktiken aberkannt worden waren.

1998 hatte Armstrong wegen seiner Krebserkrankung bei der Tour gefehlt, von der Tour 1999 waren ihm in Nachanalysen aber ebenfalls sechs positive Proben auf EPO nachgewiesen worden. Ob der Bericht aus Frankreich dem Sport helfen werde, zweifelt Armstrong an: "Ich fände es gut, aber aus meiner Sicht hat es dem Sport nichts außer Schaden gebracht."

UCI schließt nachträgliche Disziplinarverfahren aus
Die Siegerlisten werden trotz der Dopingenthüllungen aus Frankreich indes nicht erneut umgeschrieben. Der Radsport-Weltverband UCI schließt nachträgliche Disziplinarverfahren gegen die betroffenen Fahrer wie 98er-Toursieger Marco Pantani oder Jan Ullrich jedenfalls aus. Vielmehr kritisierte die UCI die französischen Behörden für die Offenlegung der Namen.

"Die nachträglichen Tests der Tour-Teilnehmer von 1998 wurden vom französischen Labor aus wissenschaftlichen Zwecken durchgeführt und entsprachen nicht den Standards für Anti-Doping-Analysen. Außerdem wurden die Grundsätze der Anonymität und die vorherige Zustimmung der Fahrer nicht eingehalten", moniert die UCI. Es seien auch keine B-Proben verfügbar. Diese Ergebnisse könnten daher nicht als Beweis in Disziplinarverfahren hinzugezogen werden.

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