Zwölf kleine Gruben

Forscher finden in Schottland 'ältesten Kalender der Welt'

Wissenschaft
21.07.2013 08:00
In Schottland haben britische Archäologen eine Anordnung von zwölf Gruben entdeckt, die ihren Angaben zufolge die verschiedenen Mondphasen markieren. Mittels Pfählen, die in diese Gruben gesteckt wurden und die quasi als Uhrzeiger fungierten, sei schon vor rund 10.000 Jahren eine Zeitbestimmung möglich gewesen, sind die Forscher überzeugt. Es handle sich damit um den "ältesten Kalender der Welt".

Die Anlage von Warren Fields in der schottischen Grafschaft Abderdeenshire besteht aus einer Reihe von Gruben, die von Südwesten nach Nordosten ausgerichtet sind und laut Angaben der Forscher die verschiedenen Mondphasen markieren. Die äußeren Gruben sind kleiner, die näher der Mitte liegenden erreichen einen Durchmesser von über zwei Metern, berichtet ein Wissenschaftler-Team der University of Birmingham und der University of St. Andrews.

Mit der Anlage habe sich anhand des Mondes und der Sonne der Verlauf der Zeit messen und darstellen lassen - fast fünf Jahrtausende, bevor in Mesopotamien die ersten Kalender gebaut wurden, schreiben die Forscher im Online-Journal "Internet Archeaology".

"Alles deutet darauf hin, dass die steinzeitliche Jäger-und–Sammler-Gesellschaft dort sowohl das Bedürfnis als auch die Raffinesse hatte, Zeit über das Jahr hinweg zu verfolgen, um die jahreszeitliche Abweichung des Mondjahres zu korrigieren", sagte Vince Gaffney vom Institut für Landschaftsarchäologie an der University of Birmingham. Es sei beeindruckend, dass die Menschen schon vor 10.000 Jahren solche Anlagen gebaut haben, fügte Richard Bates von der University of St. Andrews hinzu.

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