24.07.2013 08:37 |

"Krone"-Ombudsfrau

"SOKO Motorboot" - die Retter vom Neusiedler See

Allzeit bereit – eigentlich der Slogan der Pfadfinder. Auf dem See ist jedoch die Wasserpolizei immer zur Stelle, wenn es brenzlig wird!

Tagelang, wochenlang ist Ruhe auf dem See – dann wird es blitzartig lebensgefährlich: Die burgenländischen Beamten der Stützpunkte Neusiedl, Podersdorf und Mörbisch müssen immer bereit sein, wenn Menschen in Not geraten. Abteilungsinspektor Rudolf Haider, seit Jahren dabei: "An heißen Sommertagen tummeln sich bis zu 50.000 Badegäste am See. Binnen kürzester Zeit ziehen Gewitter auf, es entstehen Stürme mit sieben Beaufort, das sind 60 Stundenkilometer. Manche Wassersportler kommen aus eigener Kraft nicht mehr ans Ufer. Oft entscheiden Sekunden über Leben und Tod."

Meist sind es Anfänger, die die Gefahren des Sees unterschätzen. "Allein in Podersdorf mussten seit April sechs Kitesurfer gerettet werden", weiß Kollege Anton Schwarzbauer. Oft wissen die Beamten nicht, was sie am Einsatzort erwartet: "In Rust brannte eine Badehütte aus. Wenn man da hinkommt, hat man ein mulmiges Gefühl im Magen. Ist da noch jemand drinnen oder stand die Hütte leer?", so Haider. In diesem Fall gab es keine Opfer zu beklagen, die alarmierten Polizisten konnten erleichtert abdrehen.

Zum Glück gibt es auch Amüsantes vom Dienst der Retter zu berichten: "Einmal bekamen wir einen Anruf von einer Dame, die sich Sorgen um ihren Mann machte. Der war seit Stunden mit dem Segelboot unterwegs und hatte sich nicht gemeldet. Nach langer Suche fanden wir ihn gesund und munter in einer Badehütte. Ob allein oder nicht, fällt unter Amtsgeheimnis", schmunzelt Haider.

Tatsächlich gehört nicht nur das Retten von Menschenleben zu den Aufgaben der Wasserpolizei. Von den 40 Schiffsführern sind zwischen April und Oktober täglich zwei Beamte mit dem Polizeiboot auf Patrouille, auch um zu kontrollieren, ob die Gesetze eingehalten werden. Das Surfen im Naturschutzgebiet ist nämlich genauso verboten wie Fischen ohne entsprechende Genehmigung! Eine besonders heikle Aufgabe für die Helfer: "Auf dem Seegrund stoßen wir manchmal auf Kriegsrelikte, meistens auf Bomben. Dann muss das Gebiet gesichert und der Entminungsdienst verständigt werden." Die Bilanz der "SOKO Motorboot": Seit 2009 gab es 136 Rettungseinsätze, dabei wurden 95 Personen unverletzt und 14 verletzt geborgen. Für neun Menschen kam leider jede Hilfe zu spät.

Einer von Burgenlands Top-Polizisten, Pressechef Wolfgang Bachkönig, kennt die Tücken des Sees genau: "Vor vielen Jahren mussten an einem einzigen Tag Hunderte Schwimmer und Segler geborgen werden. Ein Orkan war plötzlich aufgezogen." Aber er weiß, seine Leute sind allzeit bereit: "Für sie ist das Berufung, nicht nur Beruf."

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