15.07.2013 13:05 |

Bevölkerung wächst

Zuwanderung im Jahr 2012 um mehr als 40% gestiegen

Die aktuellen Zahlen der Statistik Austria beweisen, dass Österreich weiterhin ein beliebtes Zuwanderungsland ist: Im Jahr 2012 ist die österreichische Bevölkerung auf 8.451.860 Menschen gestiegen. Mit Stichtag 1. Jänner 2013 haben damit um 43.739 oder 0,52 Prozent mehr Menschen im Land gelebt als zu Jahresbeginn 2012. Ausschlaggebend für das Plus ist vor allem die um mehr als 40 Prozent gestiegene Zuwanderung gegenüber dem Jahr 2011. Die Geburtenbilanz weist hingegen ein Minus auf.

Die Wanderungsstatistik für das Jahr 2012 zeigt insgesamt knapp 140.400 Zuzüge aus dem Ausland und 96.600 Wegzüge. Während mehr Österreicher aus dem Land wegzogen als hier geboren wurden bzw. zuzogen, beläuft sich der Saldo der nicht österreichischen Staatsangehörigen auf plus 51.200 Personen und ist somit deutlich höher als 2011 (plus 37.100 Personen).

Ungarn lösen Deutsche auf Platz eins bei Zuwanderung ab
Der Großteil des sogenannten Wanderungsgewinns bei den Ausländern, nämlich rund 62 Prozent, entfällt auf EU-Bürger. Die zahlenmäßig größte Gruppe stellen hier ungarische Staatsangehörige dar, es folgen Deutsche und Rumänen.

Der Wanderungssaldo mit Nicht-EU-Staaten liegt bei einem Plus von fast 19.700 Personen, wovon aber rund 45 Prozent auf Europäer entfallen. Die größten Gruppen darunter sind Menschen aus Russland, Serbien sowie Menschen aus Bosnien-Herzegowina. Doch die Einordnung als "Zuwanderer" stimmt nur bedingt, denn Kinder von Einwanderern gelten in weiterer Folge ebenfalls als zugewandert.

Zuwächse in allen Bundesländern bis auf Kärnten
Zuwächse gibt es 2012 in allen Bundesländern mit Ausnahme von Kärnten. Die höchste Steigerung verzeichnet Wien. In der Bundeshauptstadt lebten am 1. Jänner insgesamt 1.741.246 Menschen, um 24.162 Personen bzw. 1,41 Prozent mehr als im Vorjahr.

Durchschnittsalter steigt weiter
Auch das Durchschnittsalter der Menschen in Österreich ist weiter gestiegen. Es lag zu Beginn des Jahres 2013 bei 42,0 Jahren, um 0,1 Jahre höher als im Vorjahr und um gut zwei Jahre höher als noch vor zehn Jahren. Am 1. Jänner 2013 gab es 1.699.918 (20,1 Prozent) Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren, 5.224.685 Personen (61,8 Prozent) waren im Haupterwerbsalter von 20 bis unter 65 Jahren und 1.527.257 Menschen (18,1 Prozent) waren 65 Jahre oder älter.

Experte spricht von einem "guten Zuzug"
Migrationsexperte Heinz Faßmann sprach gegenüber dem ORF von einem "guten Zuzug", es handle sich zumeist um "gebildete, junge und tatkräftige" Menschen. "Es gibt hier eine Rückkehr historischer Wanderungsmuster. Vor 150 Jahren war der Austausch zwischen Österreich und Ungarn ein ebenso intensiver", erklärte Faßmann.

Außerdem zeigt die Statistik auch, dass Zuwanderer später auch wieder in ihre Heimatstaaten zurückziehen - vor allem Deutschland und Polen zeigen dies deutlich.

FPÖ: "Beweis für falsche Zuwanderungspolitik"
Für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sind diese Zahlen ein "klarer Beweis für die völlig falsche Zuwanderungspolitik der Bundesregierung". Vor 20 Jahren habe die FPÖ mit dem Volksbegehren "Österreich zuerst" eine Umkehr in der Zuwanderungspolitik verlangt. Die aktuellen Zahlen würden beweisen, wie recht die Freiheitlichen damals gehabt hätten, meint der Parteichef.

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