Hochprozentiges gehört zu den Skifesten wie Edelmetall zu einer WM – und im Supermarkt muss die ältere Generation da den jüngeren Ski-Fans schon etwas unter die Arme greifen. Das WM-Tagebuch von Georg Fraisl.
Supermarkt. Dorfstraße Hinterglemm. Drinnen geht’s zu wie in einem Bienenstock. Vom Jubel allein kann man offensichtlich auch bei einer Heim-WM nicht leben.
„Deutsch?“
Da steht ein junger, hoch aufgeschossener Mann. Sehr jung, scheint’s.
„Ja, warum?“
„Könnten Sie uns vielleicht einen Gefallen tun? Ich meine“
Der junge Mann hat eine Flasche in der Hand. Almdudler Almwinter Fruchtglühwein. Zum Sonderpreis.
„Ihr wollt, dass ich diese Flasche für euch kaufe. Sehe ich das richtig?“
Ein Nicken.
Besonderer Almdudler
Schon vor der Kassa wechseln geheim vier Euro den Besitzer. Nach der Kassa greift der sehr junge Mann in die Einkaufstasche und holt den besonderen Almdudler für sich heraus.
Das schlechte Gewissen geht mit ihm aus dem Supermarkt. Eh klar. Hat man so Jugendliche zum Alk verführt? Die Basis für eine spätere Alk-Karriere gelegt? Hätte man echauffiert ablehnen sollen, dem jungen Almdudler-mit-Spaß-Fan eine Moralpredigt halten sollen?
Schwierig, wenn man im hinteren Glemmtal in diesen Tagen um sich schaut. Das Hochprozentige gehört zu Skifesten wie das Gold zu einer WM. Einem Kollegen gelang gar ein Schnaps-Schuss, auf dem zwei (ältere) Skifahrer nächtens auf (!) den Brettln durch die Fußgängerzone trettelten. Eh klar, nüchtern
Kübeltrinken
Und im Apres-Ski-Tempel „Goaßstall“ wird „Kübeltrinken“ angeboten. Eine Flasche (0,7) Alk freier Wahl. 1 Liter Beigetränk. 85 Euro inkl. Strohhalme. Aba wenn die kan Almdudler habn, geh’ i wieder ham.
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