An der Frage nach dem Ursprung des Coronavirus scheiden sich die Geister. Während einige Experten felsenfest davon überzeugt sind, dass der Erreger künstlich erschaffen wurde, sind sich die Weltgesundheitsorganisation WHO und andere Wissenschaftler sicher, dass eine natürliche Übertragung über Tiere den Auslöser der Pandemie darstellt. In einer neuen Bewertung des vorhandenen Datenmaterials kommt der US-Geheimdienst CIA nun zur Einschätzung, dass es in der chinesischen Stadt Wuhan mit einer „gewissen Wahrscheinlichkeit“ zu einer Laborpanne gekommen sei.
In der Millionenstadt Wuhan war das Coronavirus 2019 zuerst aufgetaucht. Von dort breitete sich die Seuche in alle Welt aus. Durch die Corona-Pandemie kamen allein in den USA 1,1 Millionen Menschen ums Leben. Die neue Bewertung durch die CIA ist nur wenige Tage nach der Amtsübernahme von Donald Trump im Weißen Haus erfolgt. Er ernannte mit John Ratcliffe als neuen CIA-Direktor einen Mann, der die Labortheorie vertritt und Peking vorwirft, den Ursprung des Virus zu verschleiern.
Am Freitag wurde ein Interview des rechtsgerichteten Portals „Breitbart“ veröffentlicht, in dem Ratcliffe erklärte, sein wichtigstes Vorhaben zu Beginn seiner Amtszeit sei eine Neubewertung der Ursprünge der Corona-Pandemie. Bisher hatte sich die CIA auf keine Theorie festgelegt.
Peking wirft Washington „Verleumdung“ Chinas vor
Durchaus irritiert zeigte man sich in China über die Aussagen des neuen CIA-Chefs. Die Theorie eines Laborunfalls sei „äußerst unwahrscheinlich“, sagte Außenministeriumssprecherin Mao Ning am Montag in Peking. Diese Erkenntnis beruhe auf einer gemeinsamen Untersuchung von chinesischen Experten und Fachleuten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die auch „die betroffenen Labors in Wuhan“ besucht hätten. Die US-Regierung müsse aufhören, „andere Länder zu verleumden und ihnen die Schuld zuzuschieben“, betonte Mao. Neben der WHO lehnen auch mehrere andere US-Bundesbehörden die Labortheorie ab.
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