Weil sie eine Frau ist

Syrer „verstecken“ Baerbock auf offiziellen Fotos

Außenpolitik
05.01.2025 15:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock war im Auftrag der EU in Syrien, um mit der neuen Führung über einen Neustart der Beziehungen zu sprechen. Dass die Rechte von Frauen nach dem Sturz des Assad-Regimes in Gefahr sind und sie wie in Afghanistan offenbar nicht gesehen werden sollen, musste sie am eigenen Leib erfahren. 

Wie der RTL-Journalist Sergej Maier aufdeckte, werden in Syrien Fotos ihres Besuchs verbreitet, auf denen sie unkenntlich gemacht wurde. 

Frauen? Unerwünscht!
Auf einem den neuen Machthabern Syriens zugeordneten Nachrichtenkanal namens Almharar tauchten am Freitagabend laut dem deutschen Nachrichtenportal „ntv“ vier Fotos des diplomatischen Treffens auf. Baerbock wurde auf den Bildern digital unkenntlich gemacht, während der französische Außenminister auf den Bildern klar zu sehen ist. Auch zwei Dolmetscherinnen, die bei den Gesprächen halfen, wurden „ausradiert“. Frauen? Unerwünscht!

Bei Ankunft Handschlag verweigert
Es begann schon bei der Ankunft der Außenministerin: De-facto-Herrscher Ahmed al-Scharaa verweigerte Baerbock den Handschlag. Grund: mutmaßlich religiöse Ansichten der islamistischen Führung. 

„Schon als ich angereist war, war mir jedenfalls klar, dass es hier offensichtlich nicht gewöhnliche Handschläge geben wird“, sagte sie diplomatisch auf die Frage einer Journalistin. Aber ebenso klar habe man den islamistischen Gastgebern gemacht, dass man diese Praxis missbillige, so Baerbock.

Vor allem habe man im Gespräch klargemacht, dass Frauenrechte ein Gradmesser dafür seien, wie frei eine Gesellschaft ist, sagte Baerbock. Ganz so schwierig habe da am Ende des Gesprächs ein Handschlag nicht mehr gewirkt. Aus Delegationskreisen war zu hören, dass al-Sharaa am Ende des Gesprächs noch mal die Hand ausgestreckt habe, es dann aber nicht mehr zu einem Handschlag gekommen sei.

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