Der vom Getränkehersteller Red Bull gesponserte Verein ist eigentlich nur seinem mittelfristigen Ziel Bundesliga einen Schritt näher gekommen. Doch die Aufstiegsspiele gegen die Sportfreunde Lotte haben allen Beteiligten wieder gezeigt, wie schwierig der Weg für Leipzig sportlich ist - trotz des potenten Geldgebers. Denn auch in Lotte wackelte das Projekt bedenklich, nachdem die Mannschaft in den Vorjahren bereits zweimal am direkten Aufstieg in die dritte Liga gescheitert war. "Daran sieht man, dass man nicht alles planen kann, sondern einfach machen sollte", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick.
Hoffenheim im Verglich zu Leipzig "kleiner Dorfklub"
Immer wieder wird Rangnick auf Parallelen zu seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim angesprochen. Doch Rangnick sieht Leipzig mit noch mehr Potenzial: "In Hoffenheim waren wir ein kleiner Dorfklub mit guten Bedingungen, aber das war nicht vergleichbar mit Leipzig." Die Infrastruktur des mit rund 100 Millionen Euro geförderten Vereins ist längst erstklassig, eine moderne WM-Arena inklusive. Um die Regeln im deutschen Profi-Fußball zu erfüllen wurden die Vereinsstatuten trotz der Investitionen von Red Bull bereits geändert. Auch die Fans in Leipzig und Umgebung nehmen den Klub an.
Rangnick hat in seinem ersten Jahr in Leipzig zunächst vor allem den Trainerstab verstärkt, um seine Philosophie zu verankern und den Viertliga-Profis "jedes Puzzleteilchen anzubieten", um den Aufstieg zu schaffen. Neben Cheftrainer Alexander Zorniger kamen der ehemalige Weltklasse-Stabhochspringer Tim Lobinger als Fitnesstrainer, Sportpsychologe Philipp Laux vom FC Bayern München und die beiden Nachwuchsleiter Frieder Schrof und Thomas Albeck vom VfB Stuttgart. Für den ehemaligen Rapid-Coach Peter Pacult, der 2011/12 den Aufstieg noch verpasst hatte, war da kein Platz mehr.
Leipzig soll Red Bulls Aushängeschild werden
Erfolgte der Startschuss noch in Salzburg, so soll nun Leipzig das fußballerische Aushängeschild des Red-Bull-Imperiums werden. Insofern dürften nun auch Spieler aus den Ausbildungsvereinen in Brasilien und Ghana als Verstärkung infrage kommen. Zudem hat sich RB Leipzig eine eigene starke Nachwuchsarbeit auf die rot-weißen Fahnen geschrieben, wie nicht nur der Bau eines 35 Millionen Euro teuren Nachwuchs- und Trainingszentrums zeigt.
So werden für die neue Saison bereits die talentiertesten Spieler Ostdeutschlands als mögliche Neuzugänge gehandelt, etwa Andre Luge vom FSV Zwickau oder Fabio Viteritti vom 1. FC Magdeburg. Als Abgang der Stammformation steht lediglich der wuchtige Angreifer Stefan Kutschke fest, der zum VfL Wolfsburg wechselt, eventuell aber per Ausleihe zurückkommt. Ansonsten soll die Mannschaft, die ihr Niveau bereits beim 4:2-Sachsenpokalsieg gegen den Chemnitzer FC unter Beweis gestellt hat, weitgehend zusammenbleiben und nur punktuell verstärkt werden.
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