Drei von vier Honigproben aus österreichischen Supermärkten erwiesen sich beim DNA-Test als gepanscht. Erste Supermarktketten reagieren und unterziehen die Ware einer Qualitätsprüfung Die Agrarlandesrätin kampagnisiert dagegen und erklärt, woran man echten heimischen Honig erkennen kann.
Mit Zuckersirup aus Mais, Reis oder Rüben gestreckt, mit Wasser verdünnt und mit Farbstoffen versetzt: Der Großteil der in österreichischen Supermärkten erhältlichen Honige dürfte gar nicht als solcher verkauft werden. Das enthüllte nun ein vom ORF in Auftrag gegebener DNA-Test von 31 Honigproben aus heimischen Läden.
Chance für regionale Produkte
Schon vor einem Jahr hatte Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) in der „Krone“ auf die Problematik des importierten Fake-Honigs aufmerksam gemacht. Nun fühlt sie sich bestätigt: „Die neuen Erkenntnisse zur Honigverfälschung erschüttern, aber sie sind auch eine Chance. Wenn die Nachfrage nach regionalem Honig steigt, könnte die heimische Imkerei davon enorm profitieren.“
Denn noch etwas förderte der DNA-Test zutage: Die in Österreich produzierte Ware bestand den Test einwandfrei. Der gepanschte Honig stammt hingegen vorwiegend aus China, der Türkei, der Ukraine, Mexiko und Argentinien.
Seit einem Jahr informieren wir über die Problematik. Wer diesem Honigbetrug entgehen will, setzt auf heimischen Qualitätshonig.
Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP)
Supermärkte räumen Regale leer
Große Supermarktketten wie Spar ziehen nun die ersten Konsequenzen aus dem Test. Honig-Regale wurden geleert und mit dem Hinweis versehen: „Unsere Qualitätssicherung überprüft derzeit vorsorglich Import-Honige.“ Für Langer-Weninger ist der Weg zu 100 Prozent Transparenz dennoch ein weiter: „Wir müssen aufklären und die Regionalität in den Fokus rücken.“ Initiativen wie die Veranstaltung „Honig am Prüfstand“ gemeinsam mit dem Bienenzentrum Oberösterreich im vergangenen Mai dürften sich also häufen.
Blick aufs Etikett
Wie können Konsumenten nun aber gepanschten Honig erkennen? „Mit bloßem Auge leider gar nicht“, sagt die Landesrätin. Sie empfiehlt einen genauen Blick aufs Etikett: Verlässlich seien etwa die Bezeichnungen „Österreichische Landwirtschaft“ und „Ursprungsland Österreich“. Produkte mit rot-weiß-roter Fahne oder der Aufschrift „Abgefüllt in Österreich“ seien hingegen irreführend.
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