Aus gegen Pasching

Trainer Schmidt: “Jetzt freut sich ganz Österreich”

Sport
08.05.2013 12:10
Salzburg steht keine zehn Monate nach Düdelingen erneut vor der Aufarbeitung einer Schmach. Mit einer 1:2-Heimniederlage verabschiedete sich der Titelverteidiger am Dienstag höchst blamabel gegen Pasching aus dem ÖFB-Cup. Während die Oberösterreicher über den allerersten Final-Einzug eines Drittligisten jubelten, musste Salzburgs Trainer Roger Schmidt Erklärungen für einen uninspirierten Auftritt seiner "Bullen" finden und war sich bewusst, wie diese Blamage außerhalb des Red-Bull-Universums aufgenommen wird: "Jetzt liegt sich ganz Österreich in den Armen und freut sich!"

"Wir müssen uns nun schütteln und versuchen, diese Enttäuschung so schnell wie möglich zu verarbeiten", meinte der Deutsche, der auf der Bank mehr Emotionen zeigte als seine Kicker auf dem Spielfeld.

Locker und lässig agierten die Salzburger, die nach der Führung von Havard Nielsen (48.) noch einen weiteren Gang zurückschalteten. Pasching schaffte durch Ivan Kovacec (69.) und Daniel Kerschbaumer (79.) sensationell die Wende, während der Favorit dem Aus mit unwirksamen Mitteln entgegenwirkte. Nach 94 Minuten war dieses Gewissheit. Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick schüttelte auf der mit 2.726 Zuschauern spärlich besetzten Tribüne den Kopf, Schmidt war merkbar angeschlagen.

Zuerst Düdelingen und jetzt Pasching
Nach dem Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen Düdelingen wenige Wochen nach seinem Amtsantritt erlebte der Deutsche ein unliebsames Deja-vu. Fahrlässig "vorne und hinten" sei man gewesen, "ohne Elan", erklärte Schmidt. Nach Champions League und Cup bleibt dem 46-Jährigen nur noch die Meisterschaft, um zumindest eines seiner drei ausgewiesenen Saisonziele zu erreichen. In der Liga liegt Salzburg bei vier ausstehenden Runden als Zweiter sechs Zähler hinter der Austria aber ebenfalls nicht auf Kurs.

"Das Einzige, was wir machen können, ist, eine entsprechende Reaktion in der Meisterschaft zu zeigen. Aber leider haben wir es da nicht in der eigenen Hand", erkannte Schmidt. Mit der Auswärtsfahrt zum SC Wiener Neustadt wartet auf den regierenden Meister am Wochenende eine neuerlich undankbare Aufgabe. In Niederösterreich wird jedoch wieder die Erfolgself der vergangenen Wochen einlaufen.

Schmidts Poker mit sieben Umstellungen im Cup ging jedenfalls nach hinten los. Von den Reservisten drängte sich keiner für künftige Aufgaben auf. Auch die Teamspieler Christoph Leitgeb und Florian Klein waren völlig von der Rolle. Als Grund für die Pleite ließ Schmidt dies aber nicht gelten: "Wir haben einen guten Kader, da muss man dieses Spiel gewinnen."

Auf Isaac Vorsah muss der Bundesligist übrigens in den kommenden sechs Monaten verzichten: Der 24-jährige Ghanaer erlitt gegen Pasching einen Riss des rechten Kreuzbandes.

Ratlosigkeit bei Gustafsson
Aus den Reihen der Spieler stellte sich Torhüter Eddie Gustafsson den Mikrofonen. Der Schwede war aber ebenso ratlos. "Wir haben wenige Torchancen vorgefunden, das haben wir uns nicht so vorgestellt. Das tut wirklich weh", meinte Gustafsson. Dabei sei die Vorbereitung auf die Partie nach Plan verlaufen. Auch ein gewisses Maß an Überheblichkeit habe er nicht festgestellt. "Wir haben den Gegner sicher nicht unterschätzt. Woran es gelegen hat, kann ich nicht sagen", rang Gustafsson nach Erklärungen.

Zumindest ein positiver Aspekt für Salzburg blieb: Der vor dem konzerninternen Duell geäußerte Vorwurf einer internen Stallorder wurde am Dienstagabend gänzlich entkräftet.

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