Der "ewige Fergie" hat in dieser Saison seinen 13. Meistertitel mit United gewonnen - den 20. der Vereinshistorie. "Es war mir wichtig, eine Organisation in ihrer stärkstmöglichen Verfassung zu verlassen - und ich glaube, das habe ich getan", betonte der Schotte. Ferguson, für den es bereits eine nach ihm benannte Tribüne und eine Statue vor dem Stadion Old Trafford gibt, bleibt ManUnited aber als Botschafter und Aufsichtsratsmitglied erhalten.
Gesundheitliche Gründe?
Er hatte immer betont, dass allein gesundheitliche Gründe ihn zu einem Rücktritt zwingen könnten. Schon seit 2004 trägt er einen Herzschrittmacher. In der vergangenen Woche wurde nun bekannt, dass Ferguson sich im Sommer einer Hüftoperation unterzieht. Und doch kam der Schritt jetzt überraschend.
Noch im Stadionheft für das Premier-League-Heimspiel gegen Chelsea (0:1) am Sonntag hatte er geschrieben: "Ob ich eine weitere Dekade des Erfolgs beaufsichtigen werde, wird man sehen. Aber ich habe im Moment ganz sicher keine Pläne, etwas aufzugeben, von dem ich glaube, dass es etwas Besonderes werden wird."
Moyes Favorit auf Fergusons Erbe
Als heißer Nachfolge-Kandidat gilt bei den Buchmachern und Medien der von Ferguson sehr geschätzte David Moyes. Der Vertrag des langjährigen Everton-Erfolgscoaches läuft aus, Vertragsgespräche hatte Fergusons schottischer Landsmann auf die Zeit nach Saisonende verschoben. Aber auch Real Madrids Star-Trainer Jose Mourinho wurde ins Spiel gebracht.
Ferguson feierte neben den 13 Meistertiteln auch zwei Champions-League-Triumphe mit United, den ersten davon 1999, als auch das nationale Double geschafft wurde. Nach diesem Triple-Triumph schlug ihn die Queen zum Ritter. Der Ex-Stürmer holte im Laufe seiner Trainerkarriere insgesamt 48 Titel, 38 davon mit Manchester United, die restlichen zehn mit Aberdeen. "Was er in diesem Spiel erreicht hat, gibt ihm ohne Zweifel einen Platz als einer der Großen", twitterte FIFA-Präsident Joseph Blatter.
"Habe Fußballklub erschaffen"
Sir Alex richtete angesichts seines bevorstehenden Abschieds allerhand Dankesworte an Wegbegleiter: "Meine Frau Cathy war die Schlüsselfigur während meiner ganzen Karriere. Sie war mein Fels", schrieb der oft grantige Schotte, dem ein großes Herz und großes soziales Engagement nachgesagt wird. Er danke unter anderem auch Sir Bobby Charlton für dessen Unterstützung. Die andere United-Ikone hatte sich 1986 für Fergusons Verpflichtung eingesetzt. "Mir wurden das Vertrauen und die Zeit gegeben, einen Fußballklub zu erschaffen, nicht nur ein Fußballteam."
Ferguson wird in Erinnerung bleiben als "Furious Fergie" mit dem knallroten Kopf, dem manischen Kaugummikauen an der Seitenlinie und den lautstarken Kabinenansprachen. Und mit der Anekdote, wie der Werftarbeitersohn aus Glasgow-Govan David Beckham einst cholerisch einen Schuh ins Gesicht kickte - woraufhin Englands Glamourboy wegen einer Platzwunde unter dem Auge genäht werden musste.
Längst einen Platz in der Fußballhistorie haben auch die Psychospielchen des schlechten Verlierers - gegen Referees oder Lieblingstrainer-Feinde wie Rafael Benitez und Arsene Wenger. Außerdem nahm sich Ferguson seit Jahren das Recht heraus, als einziger Trainer keine Pressekonferenzen nach Premier-League-Spielen abzuhalten und verbannte und boykottierte regelmäßig bestimmte Medien und einzelne Journalisten, die ihm nicht passten.
Nachdem die Red Devils das Champions-League-Finale 1999 gegen den FC Bayern München in der Nachspielzeit noch gedreht und 2:1 gewonnen hatten, entfuhren ihm die denkwürdigen Worte: "Football, bloody hell!" ("Fußball, verdammte Hölle!"). Die Fußballwelt wird ein ganzes Stück ärmer ohne Sir Alex.
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