Oligarchen gelten gemeinhin als postsowjetisches Phänomen. Sie sind es, die sich in Putins Russland das privatisierte Staatsvermögen unter den Nagel gerissen und im Westen Jachten, Landsitze und Fußballklubs erworben haben. So war es zumindest bis zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs.
Indessen sind auch Milliardäre im Westen in die Rolle von Oligarchen geschlüpft. Etwa Elon Musk, der bei der Wiederwahl Donald Trumps wohl eine Schlüsselrolle spielte.
EINERSEITS ist es für die kapitalistische Wirtschaft nichts Außergewöhnliches, wenn es auch Milliardäre mit großem Einfluss gibt.
ANDERERSEITS bereitet es nicht nur Gegnern von Trump Kopfzerbrechen, wenn nun der reichste Mann der Welt als Regierungsorgan schalten und walten kann, wie er will. Dieser – so die Kritiker – würde dabei gewiss Eigeninteressen im Auge haben.
So berechtigt also das Verlangen nach Trennung zwischen marktwirtschaftlichem Gewinnstreben und der Politik sein mag, so sehr sollte man diesbezüglich aber nicht mit zweierlei Maß messen: Dem Vernehmen nach haben nämlich die Demokraten mehr für den Wahlkampf ausgegeben als die Republikaner. Und wenn Bill Gates für die Demokraten Millionen spendet, wird er genauso Einfluss nehmen wie Elon Musk. Und wenn man kritisiert, dass Jeff Bezos seine Medien zur Neutralität veranlasste, darf man auch die Aktivitäten eines George Soros kritisieren, der immer wieder linke Projekte finanziert und so Einfluss auf die Politik nimmt.
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