Bei Rapid muss gegen Klagenfurt heute auch die „zweite Garde“ funktionieren. Kaygin schiebt mit Geduld Extraschichten. Über 16.000 Tickets sind wieder weg.
„Rapid hat einen Lauf.“ Die Cup-Blamage gegen Stripfing zählt für Klagenfurts Trainer Pacult nicht. „Da hat eine andere Mannschaft gespielt.“ Eine „Ausrede“, die Rapids Coach Klauß auf „Krone“-Nachfrage sauer macht: „Damit fangen wir gar nicht an, da haben wir alle keinen guten Job gemacht. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam.“
Klauß will von einer „zweiten Elf“ nichts hören, einige Edeljoker sind heute gegen die Kärntner gefordert: Sangare ist gesperrt, Bolla und Beljo wohl nicht matchfit. Und das Lazarett rund um Jansson, Oswald, Mmaee und Co. lichtet sich erst nach der Länderspielpause. Es wird ein letzter Kraftakt für die Dauerläufer vor der Länderspielpause. Und für Dennis Kaygin wohl eine Chance.
„Klarer Weg“
Der 20-Jährige wäre die logische Lösung im zentralen Mittelfeld. Mit seiner Verpflichtung von der Mainzer U19 (!) überraschte im Sommer 2023 Sportchef Katzer. „Mir wurde von Rapid ein klarer Weg aufgezeigt, was sie mit mir vorhaben“, begründet Kaygin.
Nur war der Schritt (zu) groß. „Man muss es selbst fühlen, erleben, um zu erkennen, ob man schon bereit für Erwachsenen-Fußball ist. Mir hat die Ruhe am Ball gefehlt. Als junger Spieler braucht man Geduld.“ Vor allem „hinter“ Grgic und Sangare.
Aber Kaygin schiebt (meist mit Bischof) viele Extraschichten, scheint jetzt bei Rapid angekommen. „Er hatte eine schwere Zeit, hat auch gelitten“, braucht Klauß den zentralen, offensiven Mittelfeldspieler meist als Sechser: „Da kann er seine Stärken einbringen.“ Daher bekommt Kaygin heute (außer es gibt ein Børkeeiet-Comeback) seine erste Startelf-Chance seit April daheim in Hütteldorf. Wo er sich wohl fühlt, von Rapid schwärmt: „Ein Traditionsverein, groß und dennoch familiär, brutal laute Fans.“
In Europa nicht verstecken
Auf die heute auch die siebente Partie in den letzten 21 Tagen wartet. Im Schnitt kamen bislang 21.150 Fans zu den Liga-Heimspielen – da ist man auf Rekordkurs.
Und Rapid muss sich auch in Europa nicht verstecken: Platz 23 (siehe Statistik links) natürlich ohne die großen Top-5-Ligen (D, Eng, It, Fra, Sp). Und auch für heute sind 16.000 Tickets weg. Beachtlich bei dem Mammutprogramm. Klagenfurt ist zwar sportlich gefährlich, zieht aber nicht. Außer Pacult natürlich.
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