Jeder Fahrgast wird von ihr mit einem Lächeln einzeln begrüßt: Genau deshalb ist Catherine Lehninger Wiens freundlichste Buslenkerin.
„Krone“: Seit wann sitzen sie schon hinter dem Lenkrad?
Catherine Lehninger: Im Frühjahr 2022 habe ich bei den Wiener Linien den D-Führerschein gemacht und seit Juli 2022 bin ich als Buslenkerin unterwegs. Ich habe bereits im Gastgewerbe, im Büro und als Gas-Wasser-Heizinstallateurin gearbeitet. Hätte aber nie damit gerechnet, dass ich mit über 50 noch diesen Job bekomme!
Was ist das Besondere an Ihrem Job?
Busse haben mich einfach schon immer interessiert. Ich fahre sehr gerne Auto und habe somit mein Hobby zum Beruf gemacht. Denn ein Bus ist doch auch nur ein großes Auto mit vier oder mehreren Reifen (lacht). Wenn man mit den großen Jungs unterwegs ist, dann ist das aber noch einmal ein ganz eigenes Gefühl. Damit meine ich unsere XL-Gelenkbusse. Die sind schließlich 20 Meter lang und etwa auf den Linien 11A und 11B unterwegs.
Sind Sie lieber am Tag oder in der Nacht unterwegs?
Mittlerweile fahre ich lieber am Tag. Aber nicht, weil ich mich fürchte, sondern wegen meines Biorhythmus. Schließlich bin ich mit 57 nicht mehr die Jüngste. Dienstende ist auf manchen Strecken erst um 2:15 Uhr. Die früheste Fahrt beginnt bei uns bereits um halb 4 Uhr morgens.
Wieso sind Sie die freundlichste Buslenkerin der Stadt?
Mir ist es besonders wichtig jeden Fahrgast persönlich zu begrüßen – und das in jeder Schicht. Diese kleine Geste löst oft große Freude bei den Fahrgästen aus. Viele kommen dann von hinten nach vor und bedanken sich beim Aussteigen bei mir. Dazu gibt es auch viele positive Rückmeldungen bei den Wiener Linien selbst, die dann an mich weitergegeben werden. Für mich ist Freundlichkeit keine Pflicht, sondern eine Lebenseinstellung. Manche bedanken sich auch mit kleinen Gesten, etwa mit Zuckerln im Griffloch. Zu Weihnachten habe ich sogar einmal ein Engerl bekommen.
Wünschen Sie sich mehr weibliche Kollegen?
Buslenkerinnen sind mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, aber ich würde mir schon mehr Frauen in dem Beruf wünschen. Ich bereue es, dass ich mich nicht schon viel früher beworben habe.
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