Unverständnis löst die aggressive Fahrweise eines unbekannten Lenkers in OÖ bei vielen „Krone“-Lesern aus. Nachdem ihm das Überholen eines anderen Autofahrers vermeintlich zu lange gedauert hatte, rammte er diesen kurzerhand. Der Umgang im Straßenverkehr scheint generell rauer zu werden.
Heftig wird im Netz über das Erlebnis von Günther S. auf der Westautobahn bei Eberstalzell diskutiert. Der 57-Jährige war Mittwochmorgen mit seinem E-Auto auf dem Weg zur Arbeit, als er vermeintlich zu lange zum Überholen brauchte und deshalb von einem anderen Lenker mehrfach ausgebremst und letztlich gerammt wurde.
Unterschiedliche Meinungen
Während ein User meint „Mit seiner E-Kraxn soll er hinter dem Lkw bleiben, die fahren eh 100 km/h, dann bleibt ihm mehr Batteriekapazität über“, stößt das Verhalten des Autorowdys bei vielen auf Ablehnung: „Heute braucht man eine Dashcam im Auto, sonst ist man der Gelackmeierte. Gibt leider viele dieser Fahrer, die mit der Lichthupe nerven und knapp auffahren.“
Versicherung muss Schuldfrage klären
Bei den kleinen Videokameras ist die Gesetzeslage heikel, um bei einem Unfall seine Unschuld zu beweisen, darf das Material aber an die Polizei übergeben werden. Was im Fall von Günther S. hilfreich gewesen wäre. Da beim Zusammenstoß niemand verletzt wurde, müssen jetzt Versicherungen die Schuldfrage klären.
Autofahrer immer egoistischer
Dass der Umgang im Straßenverkehr gefühlt rauer geworden ist, bejahten bei einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit 55 Prozent der Teilnehmer. Gefragt nach den größten Problemen in puncto Verkehrssicherheit landete Rücksichtslosigkeit bzw. Egoismus nach zu hoher Geschwindigkeit auf dem zweiten Platz.
Jedem ist das schon einmal passiert: Man ist mit seinem Wagen auf der Autobahn unterwegs, wechselt auf die linke Spur, um einen Lastwagen zu überholen. Obwohl man schon mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist, gibt es immer noch Verkehrsteilnehmer, denen es nicht schnell genug gehen kann.
Da wird dicht aufgefahren und wild mit der Lichthupe auf sich aufmerksam gemacht. Dabei bringt Rasen langfristig nur wenig Zeitersparnis. Wer eine 50 Kilometer lange Strecke mit durchschnittlich 140 km/h statt 120 km/h zurücklegt, erspart sich lediglich rund drei Minuten. Das ist wohl kaum Grund genug, um gefährliche Situationen zu provozieren.
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