Wirbel im Mühlviertel

Nach Loch im Teich: „Eisbader, geht woanders hin!“

Oberösterreich
01.01.2026 07:00

In Rainbach im Mühlkreis (Oberösterreich) herrscht aktuell große Aufregung, weil ein Loch in den zugefrorenen Badeteich gehackt wurde. Die Gemeinde sieht die Eisbader in der Schuld, appelliert an diese, sich in Zukunft in einem nahen Fluss abzukühlen. Die Frostfreunde reagieren aber hitzig und waschen ihre Hände in Unschuld.

„Liebe Eisbader, es mag bestimmt ein schöner Freizeitsport sein, jedoch bringt ihr mit diesem Vergnügen auf Freizeitteichen andere in Gefahr! Der Rainbacher Badeteich wird zum Eislaufen und Eisstockschießen genutzt. Solche Löcher sind den ganzen Winter eine Gefahr für Eisläufer und Eisstöckler – vor allem für die Kinder!“ – mit diesen Worten appelliert Bettina Preinfalk, Mitarbeiterin am Gemeindeamt in Rainbach/M., auf Facebook an die Eisbader, denn in dem gemeindeeigenen Freizeitpark wurde ins Eis am Badeteich ein Loch geschlagen. Sie bittet: „Nutzt die angrenzende Feldaist – lasst den Badeteich in Ruhe!“

Die Freizeitanlage gehört der Mühlviertler Gemeinde.
Die Freizeitanlage gehört der Mühlviertler Gemeinde.(Bild: Picasa)

So frostig reagieren die Eisbader
Ein nachvollziehbares Anliegen, das aber nicht nur positive Resonanz findet. So schrieb eine einheimische Eisbaderin erbost: „Keiner von uns macht sich die Mühe, das Eis einzuschlagen (bis dahin würden wir schon erfrieren), wir gehen – wenn zugefroren ist – immer in das Becken nebenan. Ich finde es schade, uns alle gleich schlecht zu machen, mit so einem aggressiven Posting, ohne eine Ahnung davon zu haben. Vielleicht solltet ihr es einfach zur Entspannung auch mal versuchen.“

Dieses Loch erhitzt derzeit die Gemüter in Rainbach im Mühlkreis.
Dieses Loch erhitzt derzeit die Gemüter in Rainbach im Mühlkreis.(Bild: Picasa)
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Der zugefrorene Teich ist erst jetzt zur Benutzung freigegeben worden. Ich kann nicht beweisen, dass Eisbader das Loch geschlagen haben, aber es ärgert halt. 

Gemeindemitarbeiterin Bettina Preinfalk

Eine Kritik, die Bettina Preinfalk durchaus ernst nimmt: „Das Loch kann ja wirklich von jemand anderem auch verursacht worden sei, das kann ich nicht ausschließen. Aber es ist gar nicht sicher, dass es noch zufriert und das ist einfach für die Kinder, die dort eislaufen wollen, eine große Gefahr. Ein alter Eisstöckler kann das richtig einschätzen, Kinder nicht. Der Teich ist immerhin bis zu drei Meter tief. Uns ist wichtig, davor zu warnen. Noch dazu gibt es nebenan in der Feldaist ein Becken, wo man sich hineinsetzen kann.“

Auch die Eisbader rätseln: „Wir haben selbst oft bei dem Tässchen Tee nach dem Baden darüber diskutiert, wozu diese Löcher immer offen bleiben, vielleicht gibt es da eine Regelung wegen der Fische?“ 

So sah der Teich am Dienstag aus.
So sah der Teich am Dienstag aus.(Bild: Bettina Preinfalk)

Konter auf Facebook
Bettina Preinfalk konterte auf Facebook so: „Offene Löcher im Badeteich sind ein Problem vor allem für eislaufende Kinder. Die können eine dünne Eisschicht nicht einschätzen! Eislöcher sind gefährlich, den ganzen Winter hindurch. Vor allem bekommt man die herausgeworfenen Eiswürfel, welche am Eis anfrieren, nie mehr weg. Und ein offenes Eisloch bekommt den gesamten Winter hindurch nicht mehr wieder die Eisschicht wie die gesamte andere Eisfläche. Wegen der Fische bleibt nichts offen.“

„Krone“-Kommentar
Jeder sieht nur seine Bedürfnisse

Es ist ein Zeichen der Zeit: Das pausenlose Starren auf Smartphonedisplays ist der Empathiekiller Nummer Eins. Man ist mit dem Kopf ständig woanders, nicht nur die Jungen blenden die lästige, weil echte, Umwelt mit den Stöpseln im Ohr fast völlig aus.

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Dementsprechend wird die Bedeutung der eigenen Bedürfnisse immer wichtiger. Die anderen sind mir wurscht – ich krieg’ ja sowieso kaum noch was von ihnen mit. Vom Eisbaden bekommt man vielleicht einen kühlen Kopf, ein auch für andere schlagendes warmes Herz dürfte aber keine Voraussetzung sein.

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