Ein 52-jähriger Frühpensionist musste sich am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch wegen diverser Gaunereien verantworten. Am Ende waren die Zeugenaussagen aber zu widersprüchlich für eine Verurteilung.
Dem rumänischen Frührentner war vorgeworfen worden, dass er die Notlage etlicher Landsleute in Vorarlberg schamlos ausgenutzt hätte. Ein Jahr lang war die Staatsanwaltschaft Feldkirch mit dem Fall beschäftigt. Ein umfangreiches Ermittlungsverfahren war eingeleitet worden, etliche Zeugen wurden einvernommen. Mit dem wenig befriedigenden Ergebnis, dass Richterin Lisa Pfeifer den 53-jährigen Rumänen am Ende freisprechen musste. Zu widersprüchlich seien die Aussagen der Zeugen gewesen. Andere wiederum hätten von der Polizei erst gar nicht ausgeforscht werden können, so die Frau Rat: „Aufgrund dieser Umstände war auch nicht klar feststellbar, ob sich die Opfer tatsächlich in einer Zwangslage befunden haben, welche dann in weiterer Folge vom Angeklagten ausgenutzt wurde.“
350 Euro und mehr für ein desolates Zimmer
Der Invalidenrentner hatte mit seiner Familie zwei renovierungsbedürftige Häuser in Lustenau angemietet, die Liegenschaften jedoch einfach „unter der Hand“ an rumänische Landsleute untervermietet und sich so ein lukratives Nebeneinkommen verschafft. Zwischen 350 und 500 Euro Miete sollen die oft nicht Deutsch sprechenden Rumänen pro Mann und Nase für ihre desolaten Zimmer bezahlt haben. Auch für die Unterstützung bei Behördengängen oder Kreditvergaben soll der 53-Jährige von den Opfern Provisionen von bis zu 40 Prozent verlangt haben. Als der Angeklagte schließlich wegen einer anderen Sache in Haft genommen wurde, zeigten die Opfer ihren mehrfach vorbestraften Landsmann bei der Polizei an. Da sie danach aber nicht mehr am Ball blieben, darf sich der 52-Jährige nun ins Fäustchen lachen.
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