"Paradies"-Trilogie

“Hoffnung”: Verbotene Liebe im Sommer-Diätcamp

Kino
13.03.2013 14:43
Ran an den Speck: Melanie (Melanie Lenz), 13 Jahre alt und deutlich übergewichtig, wird den Sommer über in ein Diätcamp geschickt. Eine kasernenartige Sportstätte, erbaut in der seelenlosen Architektur des Arbeitermodernismus, ein Ort, an dem unerbittlicher Drill herrscht. Pummelige Kinder hängen kraftlos an Sprossenwänden, spüren die Last ihrer Kilos. Melanie sucht Halt - und glaubt, ihn in der Person des Arztes (Joseph Lorenz) dieser Anstalt zu finden. Sie verliebt sich in den rund 40 Jahre älteren Mann, er seinerseits ein tragikomischer Stenz.

"Hoffnung" ist der dritte Teil von Ulrich Seidls "Paradies"-Trilogie, die menschlichen Schwächen in jeder Lebensphase auflauert und gern mit dem Schockmoment frappierender Banalität spielt. 

Wie Seidl dieses unschuldig-naive Sehnen einer Minderjährigen an das Verantwortungsgefühl eines reifen Mannes anbranden lässt, mit dem beklemmend-schalen Gefühl einer gärenden menschlich-männlichen Verirrung, ist einmal mehr Raffinement seiner spröden Herangehensweise an Themen mit Sprengkraft.

Kinostart von "Paradies: Hoffnung": 15. März.

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