"Keine Krisensitzung"

FP-Präsidium tagte: "Müssen stark und geschlossen sein"

Österreich
10.03.2013 23:20
Bei den Freiheitlichen kracht es derzeit ordentlich im Gebälk: Angesichts der Wahlschlappen in Niederösterreich und Kärnten haben sich die Präsidiumsmitglieder der FPÖ am Sonntag zu einer Sitzung in der Bundesparteizentrale zusammengefunden. Parteichef Heinz-Christian Strache war nach der gut fünfstündigen Tagung am Abend bemüht, Geschlossenheit zu demonstieren. Konkrete personelle Konsequenzen habe es vorerst nicht gegeben. Trotz einiger "weißer Flecken" in der Partei wolle man nach wie vor "stärkste und bestimmende Kraft" in Österreich werden.

"Was wir brauchen, ist eine ganz starke und geschlossene FPÖ", beteuerte Strache, der gegen 23 Uhr vor Journalisten von mehreren Präsidiumsmitgliedern gesäumt wurde. Darunter die nach der Landtagswahl umstrittene niederösterreichische Parteichefin Barbara Rosenkranz. Auch diese betonte, fest im Sattel zu sitzen. Man werde die Landespartei "breit aufstellen" und junge Kräfte hereinhohlen. "Ich bin sicher, dass das praktiziert wird - unter meiner starken Führung."

"Auch Kärnten neu aufstellen"
Auch Strache bekräftigte den von ihm gewünschten Kurs, die Partei zu erneuern und personell neu aufzustellen. Dies werde auch in Kärnten geschehen, wo die dortigen Freiheitlichen eine historische Niederlage erlitten hatten. Der dort eingesetzte geschäftsführende Parteiobmann Christian Ragger sei gerade dabei, die dahin gehenden Weichen zu stellen. Was mit den noch amtierenden Regierungsmitgliedern Gerhard Dörfler und Harald Dobernig geschehe, sei eine "interessante Frage".

"Die FPK ist ein Kooperationspartner, der seine Eigenständigkeit hat", betonte Strache. Man werde als "gemeinsame freiheitliche Familie" den "Erfolgsweg sicherstellen". Mit konkreten guten Ratschlägen für die Kärntner hielt sich Strache aber diesmal zurück.

FPK-Integration in "Mutterpartei" wichtiges Anliegen
Der Parteichef hatte bereits vor der Sitzung davon gesprochen, dass ihm die Integration der Freiheitlichen in Kärnten in die "Mutterpartei" ein wichtiges Anliegen sei. Dies sei auch der Wunsch vieler Mitglieder. Jede Landesgruppe sei laut FPÖ-Statut eigenständig angemeldet. Dieses Statut wolle man nun auch in Kärnten nützen. FPK-Obmann Ragger war bei dem Treffen in Wien nicht erschienen, da dieser kein Präsidiumsmitglied ist. Allerdings war der Obmann der immer noch existierenden FPÖ Kärnten, Christian Leyroutz, anwesend.

Die "informelle Präsidiumssitzung, keine Krisensitzung" sei nur eine Vorbereitung auf die reguläre Zusammenkunft am Mittwoch gewesen, erklärte Strache am Abend. Diese und ein Bundesparteivorstand würden nun weitere Schritte regeln.

"Kein Köpferollen"
FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sprach von einem "ausgezeichneten Verlauf" der Sitzung. Man sei nun dabei, sich strategisch neu aufzustellen. "Es geht nicht darum, dass irgendwelche Köpfe rollen", betonte Kickl. Dies sei nicht der Stil der Freiheitlichen. Die Präsidiumsmitglieder hatten sich Pizza in die Parteizentrale liefern lassen - man sei hungrig auf neue Taten.

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