18.03.2013 14:00 |

FSME und Borreliose

Sie lauern im hohen Gras: So gefährlich sind Zecken

Der Gemeine Holzbock ist die bei uns am häufigsten vorkommende Zeckenart. Er und seine Verwandten können mit ihrem Stich die Krankheiten FSME und Borreliose übertragen. Sie leben vor allem in Gras und Gestrüpp. Warum die Blutsauger so gefährlich sind und Sie deshalb unbedingt zur Zeckenimpfung gehen sollten, lesen Sie hier.

Noch ist es ja recht winterlich draußen, aber lang wird der Frühling nicht mehr auf sich warten lassen. Und kaum bricht die warme Jahreszeit an, zieht es nicht nur uns Menschen ins Freie. Auch die Zecken sind wieder da. Eines sei aber gleich zu Beginn gesagt: Zecken stürzen sich nicht von Bäumen auf ihre Opfer, sondern leben im Gras und auf Sträuchern bis eineinhalb Meter Höhe. Sie sitzen meist an der Unterseite von Blättern und Halmen. Bei Berührungen werden sie abgestreift oder lassen los. Bei Kindern findet man sie deshalb vor allem am Kopf, bei Erwachsenen im Bereich der Beine und der Genitalregion. Es gibt zwar auch Zeckenarten, die ihre Wirte aktiv aufsuchen, sie befallen aber hauptsächlich Hunde und Katzen.

Von Frühjahr bis Herbst sollte man sich selbst, Kinder und Haustiere nach einem Aufenthalt im Freien auf Zecken absuchen, damit eine rasche Entfernung stattfinden kann, wenn doch einmal eine der Milben zugestochen hat. Spezielle Instrumente dafür, etwa Zeckenzangen, gibt es in der Apotheke. Man sollte sie dicht an der Haut ansetzen und auf keinen Fall die Zecke zerquetschen oder abreißen, denn dadurch gelangen Krankheitserreger in die Wunde.

Zudem bleiben dann oft die Beißwerkzeuge in der Haut stecken. Durch leichtes Hin- und Herbewegen lässt sich der Zeck im Regelfall entfernen. Kein Öl oder andere Hausmittel anwenden, denn auch so erhöht man die Infektionsgefahr. Danach die Hautstelle desinfizieren. Infos über die aktuellen Verbreitungsgebiete finden Sie unter www.zecken.at.

Impfung schützt gegen FSME
Gegen die gefährliche Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) schützt die bekannte "Zeckenimpfung". FSME trägt mit ihrem Namen zu dem Missverständnis bei, man wäre nur im Frühling gefährdet, doch auch im Herbst oder während eines milden Winters wurden Fälle gemeldet. "Im Unterschied zu Borrelien erfolgt die Infektion mit den FSME-Viren unmittelbar nach dem Stich, da sich die Erreger in den Speicheldrüsen der Zecke befinden. Es handelt sich um einen RNA-Virus aus der Familie der Flaviviren. Derzeit sind drei Subtypen bekannt (europäische, östliche und fernöstliche). Nach der Infektion besteht vermutlich eine lebenslange Immunität", erläutert Erich Schmutzhard von der Universitätsklinik für Neurologie an der Med-Uni Innsbruck.

Bei etwa einem Drittel der Infizierten kommt es tatsächlich zu einer Erkrankung. Zunächst tauchen Symptome wie bei einer Grippe mit Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen etc. auf. Nach einer Phase der vorübergehenden Beschwerdefreiheit markiert ein Wiederauftreten von Fieber den Beginn der zweiten Phase. Es entwickeln sich Entzündungen des Gehirns und/oder der Gehirnhäute, auch eine Beteiligung des Rückenmarks ist möglich. Zudem können Herzmuskel oder Leber betroffen sein. Vor allem Kinder und ältere Menschen sind gefährdet. Eine Therapie dagegen gibt es nicht, nur die Symptome können gelindert werden. Langzeitschäden wie Lähmungen sind dabei sehr häufig, in extremen Fällen kann FSME sogar tödlich enden.

Borreliose tritt wesentlich häufiger auf
Wesentlich häufiger als FSME, aber nicht weniger gefährlich ist die Borreliose. Sie wird durch Bakterien ausgelöst, daher gibt es keine Impfung. Wichtig ist eine frühe Diagnose der Krankheit sowie die Therapie mit Antibiotika. Je früher die Ansteckung erkannt wird, umso unwahrscheinlicher sind Folgeschäden, die vor allem neurologischer Art sein können.

Die Übertragung der Erreger ist prinzipiell nicht zu verhindern, wenn man von einer befallenen Zecke "erwischt" wird. Das Infektionsrisiko beträgt fünf Prozent. Die Blutmahlzeit des Parasiten muss aber mindestens 16 bis 24 Stunden dauern, damit es zur Übertragung der Bakterien kommt. Daher sollten auch FSME-geimpfte Personen die betroffene Stelle nach einem Zeckenbiss bis zu vier Wochen täglich auf Hautveränderungen und Rötungen kontrollieren. Bei Ausdehnung und Bildung eines Ringes sofort einen Arzt aufsuchen.

Da nur jeder zweite Patient bei einer Borreliose-Infektion Hauterscheinungen aufweist, sollten abnorme Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie ein Krankheitsgefühl auch Wochen nach einem Zeckenstich ebenfalls zu ärztlicher Abklärung führen, da auch das Symptome sein können.

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