Leere Bierflasche. Der Hype um Dominik Wlazny alias Marco Pogo, den Überraschungs-Dritten der Bundespräsidentenwahl vor zwei Jahren, scheint vorbei zu sein. Lag er in Umfragen noch im Frühjahr am Rande der Zweistelligkeit, so schienen später zumindest acht Prozent wie bei der Hofburg-Wahl auch bei den Nationalratswahlen möglich. Der Einzug in das Parlament galt auf jeden Fall als sicher. Mittlerweile aber wachsen die Zweifel, ob überhaupt das gelingt. Oder wie es Polit-Beobachter Thomas Hofer knackig formuliert: „Er muss hoffen, dass der Wahltermin schneller da ist als die Vier-Prozent-Hürde.“ Was ist da passiert? Warum verglüht da einer mitten im Wahlkampf? Er macht sich rar – das scheint an sich ein gutes Rezept zu sein, wenn die politische Substanz auch rar ist. Ganz erspart bleiben Wlazny öffentliche Auftritte aber schließlich doch nicht – und die schaden ihm. War er bei der Präsidentschaftswahl noch die frische, unbekümmerte Personalunion von Künstler, Unternehmer, Arzt und Politiker, von der kaum Programmatik erwartet wurde, so lahmt er nun bei den wenigen TV-Auftritten. Wie„Im Zentrum“ am Sonntag, wo er in der Runde der Kleinparteien-Vertreter alles andere als gute Figur machte. Wlazny und die Bierpartei: Da ist offenbar die Flasche leer.
Babler Zweiter? Gewildert hätte die Bierpartei, wenn sie erfolgreich wäre, vor allem im Wählerteich der SPÖ. Aus dem sich auch die KPÖ bedienen möchte. Doch auch der KPÖ-Hype, der nach den Wahlerfolgen in Graz und zuletzt in Salzburg und Innsbruck ausgebrochen war, hat sich stark verflacht. Den noch vor wenigen Monaten nicht unrealistischen Einzug ins Parlament sehen die Meinungsforscher in ihren Daten längst nicht mehr. Dennoch profitiert die SPÖ vom Schwächeln ihrer unmittelbaren Gegner kaum, liegt in so gut wie allen Umfragen weiterhin nur auf dem dritten Platz hinter FPÖ und ÖVP. Nur in einer von der SPÖ selbst in Auftrag gegebenen Umfrage sieht es anders aus: Laut den Erhebungen des Ifes-Instituts liegt die SPÖ mit 23 Prozent derzeit knapp, aber doch vor der ÖVP (22 Prozent). Die Diskrepanz zu den anderen Umfragen erklärt man mit dem Umstand, dass die Ifes-Umfrage die einzige sei,„die sämtliche Qualitätskriterien einhält“. Was SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Babler aus seiner Umfrage, die ihn zum Zweiten macht, ableiten möchte:„Die Wahrheit ist: Es ist alles offen.“ Na, dann schauen wir mal...
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