So, 24. Juni 2018

Wenn's dick kommt

07.09.2005 12:14

Auch Web-Adressen dürfen gepfändet werden

Das Autos, Häuser, TV-Geräten usw. gepfändet werden dürfen, wenn der Besitzer in finanzielle Troubles bzw. in den Konkurs schlittert, ist nichts Neues. Was aber nur wenige wissen: Auch Internet-Adressen - sofern sie einen gewissen Wert haben - dürfen zwangsveräußert werden.

Bei unseren deutschen Nachbarn ist diese Vorgehensweise schon längst an der Tagesordnung, um von zahlungsunfähigen Unternehmen oder Personen Geld für die ungeduldig wartenden Gläubiger aufzutreiben: Die Pfändung von Internet-Adressen! Das hat vor kurzem wieder ein Beschluss des deutschen Bundesgerichtshofs gezeigt.

Auch in Österreich schon Praxis
Und auch in Österreich scheint diese Praxis Einzug zu halten. Wie Dr. Franz Schmiedbauer, Richter des Landesgerichtes Salzburg und Webmaster der Österreichischen Richtervereinigung, im Gespräch mit krone.at bestätigte, ist es bereits zu mehreren Fällen gekommen, in der Domains im Rahmen von Exekutionen und Konkursverfahren gepfändet worden sind. Schmiedbauer: "Das ist üblich, auch wenn es gesetzlich noch nicht geregelt ist."

Sachverständige bestimmen den Wert
Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Domain einen brauchbaren Wert hat. Auf eine private Seite, auf der Urlaubsfotos oder die Familiengeschichte veröffentlicht sind, wird wohl kein Gläubiger scharf sein. Und ohnehin ist vorher der PC weg...

Der Wert einer Internet-Adresse wird übrigens durch Sachverständige festgelegt und danach verkauft oder versteigert. Der Preis richtet sich nach dem "Grad der Anziehungskraft der Seite".

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