Das Burgenland hat seit wenigen Tagen seine erste Weintankstelle. Damit setzt die Familie Polczer auch ein Statement für Nachhaltigkeit.
Die Idee ist nicht neu, aber gut: In Österreich wurde bereits 2015 in Salzburg die erste Weintankstelle eröffnet, in südlichen Ländern ist das System bei Winzern etabliert und erfreut sich bei vinophilen Kunden größter Beliebtheit. Bei ihren Italien- und Kroatienurlauben ist auch das Winzer-Ehepaar Regine und Hans Polczer auf das Modell „Tankstelle“ aufmerksam geworden. Es wurde getüftelt und probiert, um die eigens gebaute Zapfsäule zu perfektionieren. Seit wenigen Tagen kann jetzt auch zum ersten Mal im Burgenland Wein getankt werden, am Hof der Familie in Eisenberg an der Pinka.
Kunden können dort entweder ihre selbst mitgebrachten Flaschen oder vor Ort zum Verkauf angebotene Doppelmagnumflaschen mit Blaufränkisch oder dem Gemischten Satz befüllen. Die Mindestabgabemenge beträgt drei Liter. Dadurch ergeben sich für den Unternehmer und die Kunden zahlreiche Vorteile, sagt Polczer: „Wir brauchen keine Etiketten drucken, weniger Flaschen und Verschlüsse. Darum können wir den Wein günstiger anbieten und so auch Leute zum Weingenuss bringen, die für eine Flasche Qualitätswein vielleicht nicht 8 Euro ausgeben möchten oder sogar können“, erklärt Regine Polczer. An der Weintankstelle können die hochwertigen Weine um 4 Euro je Liter gezapft werden. Gut gelagert halten diese auch mindestens eine Woche.
Ganz wichtig ist dem Ehepaar auch der Nachhaltigkeitsgedanke. Im Jahr 2021 war das Weingut Polczer auch das erstes und einziges Weingut in Österreich, welches mit der Adoption von Rebstöcken als Mitglied in die Crowdfarming-Familie aufgenommen wurde.
Weintankstelle zu den Öffnungszeiten des Ab-Hof-Verkaufs geöffnet
Noch steht die Weintankstelle am Hof der Familie und ist nur zu den Öffnungszeiten des Weinguts zu benützen. Langfristiges Ziel ist es aber, eine öffentliche Weintankstelle, die 24 Stunden täglich automatisch in Betrieb ist: „Da braucht es für die Entwicklung aber noch ein wenig Zeit.“
Eröffnet wurde die Weintankstelle übrigens von Autorin Martina Parker, die zu Recherchezwecken am Weingut der Familie Polczer zu Besuch war und sich in die Rotweinnudeln à la Regine Polczer verliebte. Das Rezept dafür findet man übrigens in Parkers neuestem Roman „Eintunkt“. Die drei Liter Rotwein, die man dafür braucht, kann man sich jetzt praktischerweise sogar selbst zapfen.
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