„Krone“-Kommentar
James Bond in echt
So öffentlich erlebt man die Arbeit der internationalen Geheimdienste nur selten. Im Gazastreifen, in der libanesischen Hauptstadt Beirut und vor einer staatlichen Residenz mitten im noblen Norden der iranischen Metropole Teheran schlug der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad zu und tötete auf spektakuläre Weise drei Männer, die sich die Vernichtung Israels zum Lebensziel gemacht hatten.
Gezielte Tötungen von Terroristen gehören in Israel seit Jahrzehnten zur Politik. So wurden im Laufe der Jahre alle Attentäter des Massakers bei den Olympischen Spielen im Jahr 1972 getötet. Nicht nur ein späterer israelischer Ministerpräsident war in seinen jungen Jahren Mitglied einer Spezialeinheit, die solche Anschläge ausgeführt hat.
Die Tötung von Ismail Haniya mitten in Teheran war aus israelischer Sicht jedenfalls eine Meisterleistung des Mossad. Aber nicht nur Israel hat solche Todesschwadronen, jeder internationale Geheimdienst verfügt über Agenten „mit der Lizenz zu töten“ – James Bond in echt.
Aber auch der Gefangenenaustausch zwischen Russland, den USA und Deutschland war das Werk von Geheimdiensten und deren Agenten. Sie haben vermutlich jahrelang gefeilscht und verhandelt. Publik wurde das erst, als alles unter Dach und Fach und bereits im Laufen war.
Die vergangenen Tage boten damit kurze Einblicke in eine Welt, die sonst im Verborgenen bleibt. Die Menschen dahinter wird die Öffentlichkeit nie kennenlernen.








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