24 Ärztezentren – sogenannte Primärversorgungseinheiten (PVE) – soll es bis 2030 in Tirol geben. Noch ist Tirol Schlusslicht. Von ÖGK-Obmann Andreas Huss gab es deshalb Kritik an der Ärztekammer. Die sieht Versäumnisse bei der ÖGK, die Grünen bei der Landesregierung.
300 Primärversorgungseinheiten sollen bis 2030 in ganz Österreich eingerichtet sein. Diese Ärztezentren, in denen auch andere Gesundheitsberufe wie Physiotherapeuten oder Pflegekräfte für Patienten da sind, sollen die Basisversorgung der Bevölkerung sichern.
Viele unserer Vorschläge – wie PVEs mit zwei Ärzten – werden nicht angenommen. Auf den Vertragsentwurf der ÖGK für ein Kinder-PVE warten wir immer noch.
Stefan Kastner, Präsident der Ärztekammer
„Warten immer noch auf Vertragsentwurf“
Derzeit gibt es laut ÖGK in Österreich 79 Primärversorgungszentren. Tirol ist Schlusslicht mit nur einer Einrichtung in Innsbruck. In einem Interview mit der „Krone“ machte ÖGK-Obmann Andreas Huss die Ärztekammer für die Verzögerungen verantwortlich. Deren Präsident Stefan Kastner weist das zurück. „Viele unserer Vorschläge – wie PVEs mit zwei Ärzten – werden nicht angenommen. Auf den Vertragsentwurf der ÖGK für ein Kinder-PVE warten wir immer noch“, sieht Kastner Versäumnisse bei der Gesundheitskasse.
„Verabsäumt, rechtzeitig Förderungen abzuholen“
Den Grundgedanken – die Zusammenarbeit der Mediziner zu fördern - bewertet Kastner jedoch als positiv. Auch LA Petra Wohlfahrtstätter (Grüne) begrüßt die Pläne für mehr Ärztezentren. Damit ließen sich auch die Patientenströme besser lenken, ist die Politikerin überzeugt.
Für mehr Ärztezentren müsse aber auch das Land mehr Anstrengungen unternehmen. Dieses habe es verabsäumt, rechtzeitig dafür Förderungen des Bundes abzuholen. Wohlfahrtstätter plädiert für eine rasche Umsetzung weiterer PVEs.
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