Sie lebt im Exil:

Russland erlässt Haftbefehl gegen Nawalny-Witwe

Ausland
09.07.2024 18:24

Ein Gericht in Russland hat einen Haftbefehl gegen die im Exil lebende Witwe des verstorbenen Oppositionellen Alexej Nawalny wegen des Vorwurfs der Beteiligung an einer „extremistischen Organisation“ erlassen. Julia Nawalnaja habe sich den Vorermittlungen entzogen, erklärte der Pressedienst der Moskauer Gerichte am Dienstag. Daher sei sie auf die Fahndungsliste gesetzt worden. 

Das Gericht habe dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft stattgegeben, bestätigte ein Gerichtssprecher in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Die U-Haft sei zunächst auf zwei Monate angesetzt und werde nach der Auslieferung Nawalnajas nach Russland in Kraft treten.

„Putin ist ein Mörder“
„Wenn Sie darüber schreiben, bitte vergessen Sie nicht, die Hauptsache zu erwähnen: Wladimir Putin ist ein Mörder und ein Kriegsverbrecher. Er gehört ins Gefängnis. Aber nicht in Den Haag in einer gemütlichen Zelle mit TV, sondern in Russland – in derselben Strafkolonie und in derselben Zwei-mal-Drei-Meter-Zelle, in der er Alexej umbrachte“, kommentierte sie ihren Haftbefehl auf „X“.

Der Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow kommentierte den Haftbefehl auf „X“ mit den ironischen Worten: „Eine schöne Anerkennung von Julias Entschlossenheit, Alexejs Kampf fortzusetzen.“

Nawalny starb im Februar in einem Straflager
Julia Nawalnaja ist die Witwe des russischen Kremlkritikers Alexej Nawalny, der im Februar in einem Straflager nördlich des Polarkreises unter ungeklärten Umständen starb. Nawalnaja hat für den Tod ihres Mannes Kremlchef Wladimir Putin verantwortlich gemacht und angekündigt, den Kampf Nawalnys für Demokratie in Russland fortsetzen zu wollen.

Nawalny wurde von russischen Gerichten unter anderem wegen Extremismus zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Nawalny-Witwe in Gefahr
Nawalnaja selbst lebt wegen der Gefahr, die ihr in Russland droht, im Ausland. Sie hat bisher keine Angaben dazu gemacht, wann sie nach Russland zurückkehren will. Allerdings sind Menschen, die von der russischen Führung als feindlich eingestuft werden, auch im Ausland nicht immer sicher. Immer wieder gibt es Fälle, bei denen russische Oppositionelle Opfer von Anschlägen werden.

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