Ung´mahde Wiesn. Eine „g´mahde Wiesn“ kennt man im österreichisch-bayrischen Sprachraum laut Definition als „ein Vorhaben, das nicht schiefgehen kann“, als „todsichere Sache“. Dass die Rechten in Frankreich am gestrigen Sonntag nach ihrem Erfolg im ersten Wahlgang den ganz großen Durchbruch, gar die absolute Mehrheit bei den Parlamentswahlen schaffen würden – das schien als so eine g´mahde Wiesn. Die Umfragen legten es nahe, die Stimmung im Land ließ es erwarten. Und dann gewinnt der in Windeseile zusammengeschusterte Linksblock, die Le-Pen-Rechten verfehlen ihre Ziele bei weitem. Es darf und muss auch den Freiheitlichen in Österreich ein Alarmruf sein: Die Schwesterpartei des französischen „Rassemblement National“ von Marine Le Pen hat entgegen allen Umfragen die Nationalratswahlen im September noch längst nicht gewonnen. Und Herbert Kickl, der sich wie sein französisches Pendant Jordan Bardella als künftiger Regierungschef fühlt, wird sich noch sehr anstrengen müssen, wenn er wirklich Erster und gar Kanzler werden will. Gmahde Wiesn? Nein, noch ist sie auch hierzulande noch vielmehr eine ung´mahde Wiesn“.
Schlechte Noten. Jetzt, rund um den Schulschluss, hagelt es Noten. Nicht nur in den Schulen, auch in vielen anderen Bereichen. Am Sonntag etwa stellte Georg Knill, der Präsident der Industriellenvereinigung, dem Wirtschaftsstandort Österreich ein schlechtes Zeugnis aus: In seiner derzeitigen Beurteilung vergibt er nur ein „Genügend“. Die mündliche Benotung dazu klingt fast schon nach „Nicht Genügend“, wenn er meint, wir seien nicht wettbewerbsfähig. Um diese Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen sei unter anderem die Senkung der Lohnnebenkosten dringend notwendig, auch die derzeitige Form der Lohnverhandlungen missfällt dem obersten Industrie-Vertreter. Besonders schlechte Zensuren setzt es für das heimische Bildungssystem, mit dem sich in der Sonntags-„Krone“ auch Polit-Professor Peter Filzmaier kritisch auseinandergesetzt hat („Bildung als vergessenes Thema“). Der Industrie-Präsident zeigt große Sorge wegen der mangelnden Bildung von jungen Menschen, viele Kinder seien nach der Schule der Landessprache nicht mächtig. Aber man könne doch – nicht zuletzt angesichts des Arbeitskräftemangels – Jugendliche nach der Schule in die Arbeitslosigkeit schicken, bekrittelt er. Als Gegenmaßnahme verlangt Knill Ganztagsschulen und verschränkte Unterrichtsformen. Eine bemerkenswerte Forderung aus der konservativen Ecke – derartige Verlangen kamen jahrzehntelang nur aus der linken Ecke und wurden von Konservativen strikt abgelehnt. Vielleicht bricht in der Not da jetzt doch etwas auf.
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