Sterbehilfe
Pensionisten verkauften Suizid-Mittel: Verurteilt
Ein Pensionistenpaar aus den Niederlanden ist wegen der illegalen Weitergabe von Medikamenten zum Suizid vor Gericht zu Bewährungsstrafen von einem Jahr bzw. vier Monaten verurteilt worden.
Die beiden Senioren hätten den Verkauf von „mindestens eintausend Dosen oder noch mehr samt aller damit verbundenen Risiken“ an interessierten Menschen ermöglicht, befand das Gericht in Arnheim laut Angaben der Nachrichtenagentur ANP am Donnerstag. Mehrere Empfänger des als „Mittel X“ bezeichneten Präparats hätten auch tatsächlich Suizid begangen.
Das Paar ist Mitglied einer Organisation von über 70-Jährigen mit dem Namen „Kooperative letzter Wille“, die sich nach eigener Darstellung seit Jahren „im Rahmen des Gesetzes für ein humanes Lebensende in eigener Regie“ einsetzt.
Angeklagte sind Teil einer „kriminellen Organisation“
Das Gericht stufte die Vereinigung zwar als „kriminelle Organisation“ ein, erklärte jedoch zugleich, bei deren Mitgliedern habe „das Ideal der Autonomie“ im Vordergrund gestanden. Sie seien keine „Händler des Todes“. Die Verlesung des Urteils wurde mehrfach von Unterstützern der Angeklagten vor dem Gerichtsgebäude mit Sirenen und Sprechchören gestört. Sterbehilfe ist in den Niederlanden nur unter bestimmten medizinisch-ethischen Voraussetzungen und ärztlicher Aufsicht legal.







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