Ach, übrigens...

Die besondere Torschützenliste

Vorarlberg
23.06.2024 10:55

Spieler, die bei einem der Fußball-Großereignisse Tore schießen, werden immer besonders gefeiert. Aber nicht alle, wie „Krone“-Kolumnist Harald Petermichl recherchiert hat. Die Eigentor-Liste bei der Europameisterschaft in Deutschland hat schon einige Einträge.

Eine spannende Sache, die Beschäftigung mit der Verbreitung von Nachnamen in Österreich. So erfährt man beispielsweise, dass der Familienname „Tor“ auf Platz 82.318 der häufigsten Nachnamen steht und vorwiegend in Linz anzutreffen ist, während die Jubelvariante „Toor“ sogar Platz 51.220 einnimmt und die größte Chance, einer Person dieses Namens zu begegnen, in Wien besteht. Ziemlich düster sieht es dagegen beim Nachnamen „Eigentor“ aus, denn diesen scheint es in der Alpenrepublik gar nicht zu geben. Das erstaunt, wird doch nach den ersten Tagen der Herren-Fußball-EM ständig von Eigentoren geredet, weil derzeit (Stand 22.6., 14:59 Uhr) ein fiktiver Spieler namens Einar Eigentor die Torschützenliste mit fünf Treffern anführt, während seine ärgsten Verfolger, Jamal Musiala und Ivan Schranz, nur deren läppische zwei vorweisen können.

Um genau zu sein, hat Antonio Rüdiger im Auftaktspiel den Anfang gemacht, woraufhin Maximilian Wöber es ihm gleichgetan hat. Auch der Tscheche Robin Hranáč ist bereits mit einem „vlastni branka“ in Erscheinung getreten, Riccardo Calafiori aus Rom war den Iberern mit einem „autorete“ behilflich und der Albaner Klaus Gjasula hat sogar das Kunststück fertiggebracht, sein Team gegen Kroatien eine Viertelstunde vor Schluss mit einem „autogol“ in Rückstand zu ballern, um dieses Missgeschick mit einem regulären Tor in der Nachspielzeit prompt wieder auszubügeln. Mit diesen fünf Eigentoren teilt sich das laufende Turnier schon jetzt den zweiten Platz mit der WM 1998; die nächsten Tage werden zeigen, ob man an den Rekord der WM 2018 mit zwölf „own goals“ oder „buts contre son camp“ herankommen wird.

Maximilian Wöber erzielte das zweite Eigentor bei der EM in Deutschland. (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Maximilian Wöber erzielte das zweite Eigentor bei der EM in Deutschland.

Natürlich ist das alles nichts gegen die ganz besondere Geschichte von Chris Nicholl, der 1976 beim Match Aston Villa gegen Leicester City alle vier Tore zum 2:2-Endstand erzielte oder gegen die 149 Eigentore, die sich das Team von SOE Antananarivo aus Protest gegen eine Entscheidung des madegassischen Verbands im Oktober 2002 selbst ins Netz gelegt hat. Ganz zu schweigen von Helmut Winklhofer, denn der gebürtige Niederbayer überwand 1985 den verdutzten Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff mit einem perfekten Heber aus 35 Metern und wurde dafür von der Sportschau prompt zum Torschützen des Monats gekürt. Das ist heute allerdings nicht mehr möglich, weil Eigentore seither nicht mehr in die Auswahl kommen. Vermutlich weil Bayern-Manager Uli Hoeneß („Verarschen kann ich mich selber“) darob mal wieder der Kragen geplatzt war. Ist aber bloß eine reine Vermutung.

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