Mit den Erkenntnissen vom Sonntag wird sichtbar, wo Österreich nach den Nationalratswahlen politisch landen wird. Dazu bedarf es keiner dieser Politikberater oder Lobbyisten. Es ist auch nicht wichtig, ob einen die Prognose erfreut, oder ob sie einem missfällt. Daher kurz, aber nicht für alle schmerzlos: Österreich wird wohl noch vor dem Advent von einer blau-schwarzen Koalition regiert werden.
Die Verhandlungen für das Koalitionsabkommen werden nicht lange dauern. FPÖ und ÖVP verbindet mehr, als sie trennt. Die Verwundungen aus der spektakulär gescheiterten Beziehung zwischen Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache werden rasch überwunden sein. Kanzlerpartei zu sein, wird die Blauen großzügig im Verzeihen stimmen. Und im schwarzen Lager wird die Freude über den Machterhalt stärker sein als alle Gefühle der Scham.
Die SPÖ unter Andreas Babler wird dem, wie auch zu sehen ist, nichts entgegenzusetzen zu haben. Und Alexander Van der Bellen? Der Bundespräsident wird nicht sehr viel mehr tun können, als traurig dreinzuschauen. Wirklich machen kann er nichts dagegen. Rechtlich nicht und auch nicht als Autorität. Sein Kapital ist erschöpft.
Ob Industrie, Wirtschaft und Bevölkerung dann mit dieser blau-schwarzen Koalition wirklich lange glücklich sein werden? Auf hohe Erwartungen folgt oft die bittere Enttäuschung.
Doch es kommt, wie es kommen muss. Wenn es die Wähler so wollen, dann sollen es die Wähler so haben.
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