Es könnte nicht ungewöhnlicher sein: Am Freitag, 7. Juni, hat die Oper „Der Findling“ im Alten Dom Linz ihre Uraufführung. Bei der Produktion des Linzer Landestheaters mit dem Bruckner Orchester geht es um eine szenische und musikalische Spurensuche, die tief in die „Herzkammer Anton Bruckners“ führt. Die „Krone“ gibt erste Einblicke.
Obwohl die Oper „Der Findling“, die um Anton Bruckner kreist, eine Produktion des Landestheaters ist, geht man an einen neuen, ungewöhnlichen Schauplatz, nämlich in den Alten Dom, auch bekannt als Ignatiuskirche.
Hier hatte Bruckner als Domorganist gewirkt, der „Genius loci“, sagt Intendant Hermann Schneider, der das Libretto verfasste. Von hier aus sei „Bruckner aus der liturgischen in die weltliche Musik hinausgegangen. Das war eine entscheidende Grundidee von Musik und Text.“
Mit Monitoren und weiteren Dirigenten
Der Kirchenraum bringt große Herausforderungen bei der Akustik. So sitzen die Musiker des Bruckner Orchesters auf der Empore, während die Sänger im Altarraum oder auf einem Steg agieren. Mit rund 150 Mitwirkenden muss man auf Monitore und Zusatzdirigenten zurückgreifen, um Einsätze zu koordinieren. Neben den Sängern und den Musikern wirken auch der Chor, ein Kinderchor sowie das Tanzensemble mit.
Auftragswerk überdauert Tod
Die Oper, die der deutsche Komponist Franz Hummel (1939–2022) begonnen hatte, wurde von seiner Gattin Susan Oswell, ebenfalls Komponistin, fertiggestellt. „Ich habe das als Lebensrettung empfunden“, sagt sie noch immer betroffen von dessen Tod. Aber „Musik ist eine lebendige Quelle, die fließt immer.“
Markus Poschner dirigiert die Oper, die „ein Brückenschlag zur tiefsten Herzkammer von Bruckners Musik“ sein wird.
Eine Kirche als Theater?
Von der Produktion wird es nur vier Aufführungen geben. Beim Einbau der Spielflächen musste auf den Denkmalschutz, aber auch auf aktive Kirchengemeinden Rücksicht genommen werden. Kirchenrektor Slawomir Dadas erinnerte an die enge Verbindung zwischen Kirche und Kultur, und im besonderen an die Beziehung der Jesuiten zum Theatralischen, gerade auch in Linz.
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