Es war ein in dieser Eindeutigkeit unerwartetes Ergebnis – damals, als Österreich vor 30 Jahren über den Beitritt zur Europäischen Union abstimmte. 66,6 Prozent, also exakt zwei Drittel der Österreicher (bei einer sehr stolzen Beteiligung von mehr als 82 Prozent), sprachen sich am 12. Juni 1994 für den Beitritt aus. Das Jubiläum dieses eindeutigen Votums wurde von höchsten Würdenträgern der Republik nun bereits gestern gefeiert – quasi zwei Wochen „zu früh“. Wohl nicht zuletzt, um die Stimmung vor der am 9. Juni stattfindenden Wahl zum Europa-Parlament ein bisschen, na sagen wir: zu „optimieren“. Ob es wirkt? Bundespräsident Alexander Van der Bellen versammelte dazu in der Hofburg politische Akteure von damals – von Franz Fischler bis Brigitte Ederer. Der damalige SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky sprach davon, dass die Menschen Europas und jene in Österreich eine „Schicksalsgemeinschaft“ seien. Der spätere ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel formulierte knapp und deutlich: „Optimismus ist Pflicht“. Ein Optimismus, der freilich hierzulande längst nicht mehr von zwei Dritteln wie vor 30 Jahren geteilt wird. Die gestrige „Frage des Tages“ zeigte es wie zahlreiche Befragungen aus den vergangenen Jahren: Die Pro-EU-Stimmung ist längst und anhaltend in Ablehnung umgeschlagen.
Feuerwehr-Pflicht. Es soll Landgemeinden geben, in denen die Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr beinahe als Pflicht gesehen wird. Tatsächlich haben die Wehren nicht nur eine extrem wichtige Funktion in der Bekämpfung von Bränden, bei Verkehrsunfällen, Unwettern und vielem mehr. Sie erfüllen vor allem auch eine eminent wichtige soziale Aufgabe – man trifft sich beim örtlichen Rüsthaus, bei den Übungen und Einsätzen, beim Zeltfest wie beim Frühschoppen. Alle mögen also die Feuerwehr. Doch manche nerve sie auch. So geschehen etwa im oberösterreichischen Steyregg, wo im vergangenen Winter die Bewohner eines Asylheimes immer wieder die Feuerwehr alarmierten und dann die anrückenden Feuerwehrleute anpöbelten, vor allem Feuerwehrfrauen belästigten. Das sorgte für viel Wirbel. Nun wird von der für die Asylwerber zuständigen Bundesbetreuungsagentur damit offensiv umgegangen: Flüchtlinge werden bei Einsatzkräften wie der Feuerwehr nachgeschult und mit der Notwendigkeit dieser Institutionen vertraut gemacht. Erste Rückmeldungen sind positiv. Eine Idee, die weiterverfolgt werden sollte: eine Art Feuerwehrpflicht für Asylwerber.
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