In Lustenau wird Kurt Fischer (ÖVP) bei den Gemeindewahlen 2025 nicht mehr für den Bürgermeisterposten kandidieren. Die Amtszeit will der Gemeindechef aber noch bis zum Ende bestreiten.
Nach 25 Jahren in der Gemeindepolitik und 15 Jahren im Amt als Bürgermeister habe ich entschieden, mich aus der Politik zu verabschieden“, teilte Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Die Spatzen hatten dies schon längst von den Dächern gepfiffen – wirklich überrascht dürften also weder der engere Kreis noch die Mitarbeiter gewesen sein, die Fischer vorab informiert hatte.
„Die Entscheidung, mich nach 25 Jahren aus der Politik zurückzuziehen, ist bereits vor zehn Jahren gefallen“, erklärte Fischer. Nach seiner schweren Erkrankung habe er damals den Wunsch gehabt, baldmöglichst wieder gesund und fit ins Amt zurückzukehren und sich nur mehr zweimal der Wahl zum Gemeindechef zu stellen. So hätten er und sein Klubobmann Daniel Steinhofer – der Prokurist der VLV bleibt dem Unternehmen weiterhin treu und will nicht komplett in die Politik wechseln – sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger begeben.
Fündig geworden ist das Duo bei Patrick Wiedl. „Die beiden haben mich gebeten, als Spitzenkandidat ins Rennen zu gehen. Ich habe mir das überlegt, mich mit der Familie besprochen und bin zum Entschluss gekommen, dass mich die Aufgaben reizen und ich diese sehr gerne übernehmen würde“, berichtete Wiedl. Der 40-Jährige ist bereits seit 2005 in der Lustenauer Gemeindepolitik aktiv. Im Landtag, dem er seit 2014 angehört, ist der Banker Sprecher für Finanzen, Verkehr und Infrastruktur.
Eine Übergabe noch vor den Gemeindewahlen, um dem Nachfolger einen Amtsbonus zu verschaffen, wird es in Lustenau nicht geben. Zum einen, weil Fischer 2020 die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung verloren hat und bei der Bürgermeisterwahl durch eben dieses Gremium auf die Stimmen mindestens einer anderen Partei angewiesen wäre. Zum anderen aber auch, weil Fischer von taktischen Spielen nicht viel hält. „Ich finde es besser, wenn ein Bürgermeister sein Amt mit einem klaren Wählerauftrag beginnt – auch wenn dies erst im zweiten Wahlgang der Fall sein sollte.“
Bis zur Wahl im Frühjahr 2025 will sich Fischer weiterhin für seine Lustenauer einsetzen. Für die Zeit danach hat er noch keine konkreten Pläne. „Ich werde aber ein politischer Mensch bleiben und mich für die Themen, die mir am Herzen liegen, einsetzen“, verriet Fischer. Beim eher konservativen Flügel der ÖVP dürfte dies nicht gerade auf Begeisterung stoßen, da Fischer dort stets als zu links, zu grün und zu wenig parteitreu galt. Erst im vergangenen Jahr hatte er für Missmut gesorgt, als er die Lustenauer über die von ÖVP-Landesparteichef Markus Wallner favorisierte S18-Variante CP abstimmen ließ.
Der Großteil der Lustenauer (77,4 Prozent) sprach sich im November klar gegen diese Lösung aus. Ein Ergebnis, das auch Patrick Wiedl, der bisher auf Parteilinie war, akzeptieren will. „Sollte ich Bürgermeister werden, werde ich diese Haltung auch einnehmen“, versprach er. Gleichzeitig drängte er auf Lösungen. „Der Bund soll Alternativen zur CP-Variante präsentieren und keine Scheinlösungen wie die Gewessler-Variante“, forderte er.
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