Dass ausgerechnet Alexander Grünwald im Finish einer in erster Linie aufgrund der Temperaturen hitzigen Partie den Treffer zum Arbeitssieg beisteuerte, hätte vor der Partie wohl niemand erwartet. Der in der zweiten Spielhälfte eingewechselte Kärntner stand in den bisherigen vier Saisonauftritten aufgrund von muskulären Problemen nicht einmal im Kader. Nach seinem ersten Treffer seit Oktober 2011 ließ der Mittelfeldspieler seinen Emotionen freien Lauf. Erneut zeigte sich, dass die Austria auf Impulse von der Bank zählen kann.
Bereits in der Vorwoche hatte mit Marko Stankovic ein Wechselspieler den 1:0-Erfolg gegen die Admira sichergestellt. Schon davor hatte Austria-Trainer Stöger immer wieder betont, mit dem Konkurrenzkampf im Kader mehr als zufrieden zu sein. Trotzdem sind die Violetten weiter auf der Suche nach einem Stürmer. Wie Stöger und Sportchef Thomas Parits immer wieder betont haben, soll dabei nichts übereilt werden. Das Transferfenster ist noch bis 31. August offen.
Stöger: "War nicht zu erwarten"
Nach dem dritten Auswärtssieg in Folge ist bei der Austria ohnedies alles eitel Wonne. "Das war eine ganz wichtige Partie. Dass wir so starten, war zu erhoffen, aber nicht unbedingt zu erwarten", meinte der nach Schlusspfiff von den mitgereisten Fans gefeierte Stöger. Auf sein Team warten nun auf dem Papier angenehme Aufgaben. Am Samstag gastiert Wacker Innsbruck in Favoriten, ehe es bei einem weiteren Nachzügler in Wiener Neustadt weitergeht. Fraglich ist dabei das Mitwirken von Roman Kienast und Alexander Gorgon. Kienast ging in Ried mit einer Leistenverletzung vom Platz, Gorgon musste wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade passen. Bei beiden stand am Montag eine Untersuchung auf dem Programm.
Rapid im Dauerstress
Kontrahent Rapid ist in den nächsten zwei Wochen im Dauereinsatz: Neben den Europa-League-Partien gegen PAOK Saloniki treten die Hütteldorfer beim WAC (Sonntag) und zu Hause gegen Mattersburg an. Das Wiener Duell an der Tabellenspitze könnte also eine Fortsetzung finden. Auch, weil die beiden Stadtrivalen bisher mit Kompaktheit punkteten. In einer weiteren Parallele zu Rapid überzeugte die Austria nämlich auch in Ried mit einer soliden Defensivleistung. Zwar hätte Robert Zulj die Innviertler in der ersten Spielhälfte bei drei Möglichkeiten schon in Führung bringen müssen, nach 90 Minuten stand bei der Austria aber zum vierten Mal hinten die Null.
"In Ried kein Tor zu kassieren, ist immer sehr schwierig. Wir sind derzeit sehr gut drauf", erkannte Verteidiger Georg Margreitter. Einzig Ex-Austrianer Rubin Okotie gelang es beim 1:0 von Sturm Graz in Wien bisher, Heinz Lindner im Austria-Tor zu bezwingen. Rapid hat in fünf Liga-Spielen ebenfalls nur einmal - beim 0:3 im Wiener Derby - Treffer kassiert. Der drittplatzierte Meister Salzburg hält im Vergleich dazu bei bereits acht Gegentoren.
Ried trauert "mehr als unnötigen" Pleite nach
Ried ging nach einer laut Anel Hadzic "mehr als unnötigen Niederlage" bereits zum zweiten Mal in dieser Saison in der Keine-Sorgen-Arena als Verlierer vom Platz. Wie in der Europa-League-Qualifikation gegen Legia Warschau schlug sich der betriebene Aufwand der Innviertler nicht in Punkten nieder. Macht in der Tabelle Rang fünf. "Wir sind nach wie vor nur drei Punkte hinten, müssen uns aber diese Niederlage selbst zuschreiben", sagte Hadzic.
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