434.617 im Juni

Pflegegeld: Zahl der Bezieher minimal zurückgegangen

Österreich
15.08.2012 08:30
434.617 Österreicher haben im Juni Pflegegeld bezogen. Die Zahl der Bezieher ist somit gegenüber dem Vorjahr minimal zurückgegangen. Insgesamt bezogen zum Halbjahr 5,14 Prozent der Bevölkerung Pflegegeld. 3,2 Prozent aller Pflegegeldbezieher, mehr als 14.000 Menschen, bezogen im Juni eine geförderte Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Das geht aus den neuesten Daten des Sozialministeriums hervor.

434.617 Bezieher bedeuten eine geringfügige Reduktion von 670 Personen bzw. um 0,15 Prozent gegenüber 435.287 im Vorjahr. Gegenüber dem Mai (435.517) sank die Zahl um 0,2 Prozent. Seit Jänner wird in der Statistik nicht mehr zwischen Bundes- und Landespflegegeldbezieher unterschieden. Grund dafür ist die Überführung des Landepflegegeldes in Bundeskompetenz, die mit Jahreswechsel erfolgt ist.

Anstieg bei geförderter 24-Stunden-Betreuung
Die Zahl jener Pflegebedürftigen, die Förderung für ein oder zwei Betreuungskräfte erhalten, stieg im Juni auf 14.134 Personen an. Im Vorjahr lag die Zahl bei 11.085. Im Schnitt nehmen damit 3,2 Prozent aller Pflegegeldbezieher auch eine Förderung für eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch. Die Förderung der 24-Stunden-Betreuung daheim ist seit 2008 möglich, davor wurde bereits 2006 eine "Amnestieregelung" für illegal beschäftigte Betreuungskräfte geschaffen, die dann 2008 auslief - seitdem muss man seine Betreuungskraft anmelden.

Ministerium sieht Strukturreform auf Schiene
Die Strukturreform im Pflegebereich sieht man im Sozialministerium im Zeitplan. Ein gemeinsamer Vorschlag der Reformarbeitsgruppe Pflege soll bis Ende 2012 vorliegen, hieß es aus dem Büro von Minister Rudolf Hundstorfer. In der Arbeitsgruppe sind demnach Bund, Länder und Gemeinden sowie "alle Systempartner" (Sozialpartner, Seniorenorganisationen, Dienstleister, NGOs) vertreten.

Ziel sei die Harmonisierung zwischen den einzelnen Bundesländern betreffend Mindeststandards, Personaleinsatz, Versorgungsgrad, auch die Kostenbeiträge sollen angepasst werden. Ebenfalls auf der Agenda steht die Rekrutierung von zusätzlichem Pflegepersonal (wegen Pensionierungen und steigendem Bedarf) sowie eine Reformierung der Ausbildung. Die Finanzierung soll weiterhin über Steuern laufen, die deutsche Versicherungslösung sei "kein Vorbild".

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