Solche Szenen haben nach einer geschlagenen Wahl Seltenheitswert. Da klopft der Sieger dem Verlierer freundschaftlich auf die Schulter, beide strahlen um die Wette und schütteln einander die Hände. Dabei ist deutlich zu sehen, dass der Unterlegene, Kay-Michael Dankl, sich über den Erfolg seines Kontrahenten ehrlich freut.
So geschehen am vergangenen Sonntag in Salzburg, wo Fairness im Wahlkampf für einen Klimawechsel bei den politischen Parteien gesorgt hat. Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) kann das „Vize“ ab sofort aus seinem Titel streichen. Der Sozialdemokrat wird der viertgrößten Stadt Österreichs künftig als Bürgermeister vorstehen, und zwar als einer, der sich in erster Linie als Teamplayer sieht. Seinem Herausforderer von der KPÖ wird Auinger das Wohnressort überantworten. Und auch mit den anderen Parteien, sogar den Kleinsten, eng zusammenarbeiten. FPÖ inklusive.
Man stelle sich das einmal für die kommende Nationalratswahl vor. Der Wahlkampf wird ein Wettbewerb der besten Themen. Keiner wird gedemütigt oder lächerlich gemacht. Am Wahlabend freuen sich auch die Unterlegenen mit dem Sieger. Dadurch gibt es nur Gewinner. Alle werden in die Arbeit für das Land einbezogen. Sogar die Kleinsten.
„Wir haben uns nicht die Köpfe eingehauen“, beschrieb Auinger das Salzburger Erfolgsrezept, „was durchaus etwas ist, was man auch in den Bund schicken kann.“
Wäre schön, wenn die Botschaft dort auch ankommt.
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