10.08.2012 17:04 |

Zufluchtsort

Mittelalterlicher Geheimgang in Dorf in OÖ gefunden

Im oberösterreichischen Örtchen Steinerberg ist ein mittelalterlicher Geheimgang entdeckt worden. Er dürfte als Versteck vor Räuberbanden gedient haben, als einziger der bisher bekannten unterirdischen Geheimgänge Österreichs blieb er jedoch unvollendet.

Der Geheimgang wurde bei Aushubarbeiten gefunden, als der Bagger in etwa eineinhalb Metern Tiefe einen Hohlraum anschnitt, wie der Landesverein für Höhlenkunde in einer Presseaussendung am Freitagnachmittag bekannt gab. Forscher des Vereins stellte in einer Untersuchung (Bilder) fest, dass es sich um einen sogenannten Erdstall handelt.

Der Gang wurde vermutlich im zwölften Jahrhundert angelegt. Er beginnt in einer niedrigen Kammer und setzt sich in einer nur auf dem Bauch robbend zu passierenden Engstelle in einen Gang fort, der bald endet. Die Gesamtlänge beträgt sieben Meter.

Gang wurde nicht vollendet
Die unterirdische Anlage befindet sich nahe eines Bauernhofs in der Gemeinde Altenfelden im Bezirk Rohrbach. Er gehörte im Mittelalter zur Burg Steinerberg und versorgte deren Bewohner mit Lebensmitteln. Der Gang wurde aber nicht vollendet, weil die geologischen Bedingungen an dieser Stelle ungünstig sind - massiver Fels und verwitterter Granit wechseln sich ab - und deshalb Einsturzgefahr bestand.

In Oberösterreich sind noch 25 Erdställe zugänglich, 2010 wurde einer in der Nähe von Schärding entdeckt (siehe Infobox). Vermutlich wurden sie als Zufluchtsort angelegt, damit sich Frauen und Kinder vor herumziehenden Räuberbanden verstecken konnten.

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