Weg von Putins Gas?

Ex-OMV-Chef: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt

Wirtschaft
28.02.2024 13:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wann sollte die OMV aus dem Knebelvertrag mit der russischen Gazprom aussteigen? Jetzt, sagen der ÖVP-Abgeordnete Othmar Karas und der Ex-Vorstandschef Gerhard Roiss am Mittwoch. Die heimische Gasversorgung sei ohnehin bis Ende 2025 gesichert.

Roiss zufolge ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Ausstieg einzuleiten. Er kenne den Vertrag mit der Gazprom nicht im Detail, zeigt sich aber von der Möglichkeit eines Ausstiegs überzeugt.

Der Gasverbrauch in Österreich ist laut Roiss deutlich zurückgegangen: „Die Lager sind am Ende des Winters noch zu 70 Prozent voll.“ Karas ergänzt, dass Österreich bereits heute nicht mehr von russischem Gas abhängig sei: „Wir müssen raus aus dem OMV-Gazprom-Vertrag. Das ist möglich, die Versorgungssicherheit ist gegeben.“

Gas-Milliarden für russische Kriegskasse
Über das Geld werde der Krieg Russlands gegen die Ukraine mitfinanziert: „Wichtig ist, dass man die Ukraine nicht nur unterstützt, sondern die Versprechen in Taten umsetzt.“

„Aktuell haben wir die realistische Möglichkeit auszusteigen, denn die Ukraine will den Durchleitungsvertrag nicht verlängern“, erklärte Karas. „Damit erreicht uns das Gas Ende 2024 nicht mehr.“ Er fordere dazu einen klaren rechtlichen Beschluss von Österreich und der EU ein. „Wir müssen heute diesen stufenweisen Ausstieg beginnen.“ Er fordert von Österreich den Ausbau der 40 Kilometer langen WAG-Pipeline, die durch Oberösterreich geht.

Karas fordert Energieunion
Die West-Austria-Gasleitung (WAG) führt bereits sowohl von Ost nach West als von West nach Ost. Allerdings ist die Kapazität im letzten Fall deutlich geringer. „Denn die WAG wurde ursprünglich für den Gastransport von Osten nach Westen ausgelegt“, heißt es in einem Statement der Gas Connect Austria. „Das bedeutet etwa, dass nach den Kompressor-Stationen ein paralleler Rohrstrang verlegt wurde, allerdings nicht über die gesamte Länge der Leitung.“

Auf EU-Ebene fordert Karas die Stärkung der Energieunion: „Der gemeinsame Gaseinkauf wäre vorteilhaft und sollte massiv ausgebaut werden.“ Dazu fordert er Investitionen in die Infrastruktur und einen echten europäischen Netzbinnenmarkt.

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