Airlines müssen zahlen

Bei Flugannullierung werden Provisionen erstattet

Wirtschaft
15.01.2026 11:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einer Flugannullierung müssen Fluggesellschaften den betroffenen Reisenden den Flugticketpreis inklusive der von Buchungsportalen eingehobenen Vermittlungsprovision erstatten. Das haben die Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) am Donnerstag entschieden.

Ausgangspunkt war eine Klage des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gegen die niederländische Airline KLM.

Vermittlungsgebühr von 95 Euro bei annulliertem Flug
Konkret ging es um einen annullierten Flug von Wien in die peruanische Hauptstadt Lima. Fluggäste, die über das Reisebüro Opodo gebucht hatten, bekamen den Ticketpreis grundsätzlich von KLM erstattet, allerdings abzüglich der an Opodo gezahlten Vermittlungsgebühr von rund 95 Euro. Die Betroffenen traten ihre Ansprüche an den VKI ab.

Die Fluggesellschaft argumentierte, dass sie die Gebühr nicht rückerstatten müsse, da deren Existenz und Höhe ihr nicht bekannt seien. In der Vergangenheit hatte der EuGH bereits entschieden, dass Airlines die Gebühr nur dann nicht rückerstatten müssen, wenn diese ohne Wissen der Fluggesellschaft festgelegt wurde.

EuGH: Airlines kennen Geschäftspraxis von Vermittlern
Am Donnerstag hielten die Richter in Luxemburg aber fest, dass davon bei einer Buchung über ein Portal nicht auszugehen sei: Wenn eine Fluggesellschaft akzeptiere, dass der Vermittler in ihrem Namen und für ihre Rechnung Flugtickets ausstellt und ausgibt, könne davon ausgegangen werden, dass sie „zwangsläufig die Geschäftspraxis dieses Vermittlers kennt“, heißt es in einer EuGH-Aussendung. Die Erhebung der Vermittlungsprovision stelle einen „unvermeidbaren“ Bestandteil des Flugticketpreises dar. Daher sei sie als von der Fluggesellschaft genehmigt anzusehen und müsse erstattet werden.

Der EuGH entscheidet nie in einem konkreten Fall, sondern gibt den nationalen Gerichten eine Anleitung zur Auslegung von EU-Recht. Der Ball liegt demnach nun wieder beim Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien.

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